Durch die Bank
Kategorie: Redewendungen
Durch die Bank
Autor: unbekannt
Herkunft
Die Redewendung "durch die Bank" stammt aus der Welt des Spiels, genauer gesagt aus dem Kartenspiel. Ihre erste schriftliche Belegung findet sich bereits im 16. Jahrhundert. Im ursprünglichen Kontext bedeutete "durch die Bank" beim Kartenspiel, dass eine Partei alle Stiche einer Runde gewinnt. Die "Bank" steht hier metaphorisch für den Tisch oder die Spielrunde. Wer "durch die Bank" gewann, holte alles ein, was auf dem Tisch lag. Diese klare und bildhafte Situation aus dem Spiel übertrug sich im Laufe der Zeit auf andere Lebensbereiche.
Bedeutungsanalyse
Heute bedeutet "durch die Bank" ganz allgemein "ausnahmslos", "ohne Unterschied" oder "alle ohne Ausnahme". Wörtlich genommen verweist sie noch auf den kompletten Gewinn aller Spielstiche an einem Tisch. In der übertragenen Bedeutung hat sie jedoch jeden spielerischen Charakter verloren und beschreibt eine lückenlose Gesamtheit.
Ein typisches Missverständnis besteht darin, die Redewendung mit einer finanziellen Institution, also einer Sparkasse oder Bank, in Verbindung zu bringen. Das ist falsch. Ein weiterer Irrtum ist die Annahme, es handle sich um eine steigernde Formulierung im Sinne von "besonders gut". "Durch die Bank" betont jedoch nicht die Qualität, sondern die Vollständigkeit und Gleichbehandlung. Kurz gesagt: Wenn etwas für eine Gruppe "durch die Bank" gilt, dann trifft es auf jedes einzelne Mitglied zu.
Relevanz heute
Die Redewendung ist nach wie vor äußerst lebendig und wird in der Alltagssprache, in den Medien und in der Wirtschaft häufig verwendet. Ihre Stärke liegt in der knappen und eindrücklichen Darstellung einer Ausnahmslosigkeit. Sie schlägt die Brücke zur Gegenwart, weil sie universelle Sachverhalte beschreibt: ob es um einheitliche Bewertungen, allgemeingültige Regeln oder gemeinsame Eigenschaften geht. In Zeiten, in denen Pauschalurteile und Generalisierungen kritisch hinterfragt werden, wird die Formulierung manchmal auch bewusst eingesetzt, um eben solche pauschalen Aussagen zu kennzeichnen. Ihre Bildkraft aus der Spielwelt ist zwar verblasst, ihre Funktion als sprachliches Werkzeug für umfassende Gültigkeit ist jedoch ungebrochen.
Praktische Verwendbarkeit
Die Wendung eignet sich für formelle und informelle Kontexte gleichermaßen. Sie ist sachlich genug für einen Geschäftsbericht ("Die Ergebnisse fielen durch die Bank hervorragend aus"), aber auch locker genug für ein Gespräch unter Freunden ("Die Filme des Regisseurs gefallen mir durch die Bank"). In einer Trauerrede könnte sie als zu salopp oder pauschal wirken, es sei denn, sie beschreibt eine wirklich gemeinsame Eigenschaft der Trauergemeinde.
Besonders passend ist sie in analytischen oder zusammenfassenden Aussagen, bei denen eine verallgemeinernde Feststellung getroffen wird. Sie sollte vermieden werden, wenn Nuancen und Unterschiede betont werden sollen, da sie genau diese einebnet.
Hier finden Sie einige Beispiele für gelungene Sätze:
- "Die Bewertungen für das neue Restaurant sind durch die Bank positiv."
- "Bei der Team-Besprechung waren die Vorschläge durch die Bank gut durchdacht."
- "Man kann nicht sagen, dass alle Politiker durch die Bank korrupt seien."
- "Die Prüfungsergebnisse des Jahrgangs lagen durch die Bank im oberen Drittel."
Für welche Anlässe ist die Redewendung also besonders geeignet? Sie funktioniert ausgezeichnet in Vorträgen, um ein einheitliches Fazit zu ziehen, in schriftlichen Berichten zur pointierten Zusammenfassung und im alltäglichen Dialog, um eine allgemeine Tendenz auf den Punkt zu bringen.
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