Äpfel mit Birnen vergleichen

Kategorie: Redewendungen

Äpfel mit Birnen vergleichen

Autor: unbekannt

Herkunft

Die Redewendung "Äpfel mit Birnen vergleichen" ist eine vergleichsweise junge sprachliche Wendung, die sich im 20. Jahrhundert im deutschen Sprachraum etablierte. Sie stellt eine Verdeutlichung und Verstärkung der älteren und weiter verbreiteten Warnung dar, man solle "nicht Äpfel mit Birnen vergleichen". Ihre Popularität verdankt sie vermutlich der klaren Bildhaftigkeit. Beide Früchte sind zwar Kernobst, unterscheiden sich aber deutlich in Form, Geschmack, Textur und typischer Verwendung. Dieser offensichtliche Unterschied macht den Vergleich unsinnig und dient daher als perfektes Sinnbild für einen fehlerhaften oder unzulässigen Vergleich. Eine exakte historische Erstnennung in einem bestimmten literarischen Werk oder Kontext lässt sich nicht mit absoluter Sicherheit belegen, weshalb dieser Punkt hier weggelassen wird.

Bedeutungsanalyse

Wörtlich genommen beschreibt die Redewendung den Vorgang, zwei verschiedene Obstarten miteinander zu vergleichen, als wären sie gleich. Da Äpfel und Birnen jedoch unterschiedliche Eigenschaften besitzen, ist ein solcher direkter Vergleich fachlich unsinnig und führt zu keinem brauchbaren Ergebnis. Übertragen bedeutet die Aussage, dass jemand zwei Dinge, Personen oder Sachverhalte gegenüberstellt, die fundamental unterschiedlich sind und daher nicht sinnvoll miteinander verglichen werden können. Ein typisches Missverständnis liegt in der Annahme, die Redewendung verbiete jeden Vergleich. Das ist nicht der Fall. Sie kritisiert speziell den Vergleich von Kategorien, die zu unterschiedlich sind, um eine gemeinsame, faire Bewertungsgrundlage zu haben. Der Kern der Kritik ist die mangelnde Vergleichbarkeit, nicht der Vergleich an sich.

Relevanz heute

Die Redewendung ist heute äußerst relevant und wird ständig verwendet. Sie hat sogar an Schärfe und Prägnanz gewonnen, da sie sich perfekt eignet, um logische Fehlschlüsse in Diskussionen schnell zu benennen. Sie ist fester Bestandteil der Alltagssprache, des Journalismus, der Politik und der Wirtschaft. Besonders in Debatten, in denen komplexe Sachverhalte vereinfacht oder verzerrt dargestellt werden, dient sie als wirksames sprachliches Werkzeug. Die Brücke zur digitalen Gegenwart schlägt sich etwa in Diskussionen über Technologieprodukte ("Das Betriebssystem X mit Y zu vergleichen ist wie Äpfel mit Birnen") oder in sozialen Medien, wo sie verwendet wird, um ungerechte Vergleiche zwischen Lebensentwürfen oder Kulturen zu kennzeichnen. Ihre anhaltende Popularität beweist, dass das Bedürfnis, unzulässige Vergleiche zu entlarven, zeitlos ist.

Praktische Verwendbarkeit

Sie können diese Redewendung in nahezu jedem mündlichen oder schriftlichen Kontext verwenden, in dem Sie auf einen unsachgemäßen Vergleich hinweisen möchten. In einem lockeren Gespräch oder Vortrag klingt sie natürlich und verständlich. Auch in einer sachlichen Diskussion, einem Fachvortrag oder einem journalistischen Kommentar ist sie angebracht, da sie präzise und bildhaft ist. In einer Trauerrede oder einem sehr formellen diplomatischen Schreiben könnte sie hingegen als zu salopp oder umgangssprachlich wahrgenommen werden; hier wären Formulierungen wie "ein unzulässiger Vergleich" oder "die Voraussetzungen sind nicht vergleichbar" passender.

Gelungene Beispiele für den Einsatz sind:

  • "Die Leistung unserer Mannschaft in dieser Saison mit der des Meisterteams von vor drei Jahren zu vergleichen, heißt Äpfel mit Birnen zu vergleichen, denn der Kader und die Konkurrenz sind völlig anders."
  • "In der politischen Debatte wird oft versucht, die Steuersysteme verschiedener Länder direkt zu vergleichen. Das ist jedoch häufig ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen, da die Sozialsysteme und Leistungen grundverschieden sind."
  • "Sie können den einfachen Kompaktwagen nicht mit dem großen Geländewagen vergleichen, was den Verbrauch angeht. Das wäre ein Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen."

Die Redewendung ist besonders geeignet, um in Diskussionen eine sachliche Grundlage wiederherzustellen und darauf zu bestehen, dass nur vergleichbare Dinge auch verglichen werden sollten.

Mehr Redewendungen