Das kommt mir nicht in die Tüte
Kategorie: Redewendungen
Das kommt mir nicht in die Tüte
Autor: unbekannt
Herkunft
Die Herkunft dieser Redensart ist nicht vollständig geklärt und es existieren mehrere plausible Theorien. Da keine dieser Theorien mit absoluter Sicherheit belegt werden kann, lassen wir diesen Punkt weg, um unserem Qualitätsanspruch nach hundertprozentiger Belegbarkeit gerecht zu werden.
Bedeutungsanalyse
Die Redewendung "Das kommt mir nicht in die Tüte" bedeutet, dass man ein Angebot, einen Vorschlag oder eine Situation entschieden ablehnt. Sie transportiert eine klare und oft endgültige Absage. Wörtlich genommen, würde jemand sich weigern, einen Gegenstand in eine Tüte oder einen Beutel zu packen. Im übertragenen Sinn signalisiert der Sprecher, dass er etwas nicht akzeptieren, unterstützen oder annehmen wird.
Ein häufiges Missverständnis besteht darin, die Redensart mit einer einfachen Ablehnung zu verwechseln. Sie ist jedoch deutlich stärker und enthält oft einen Unterton von Unverschämtheit oder Unzumutbarkeit. Es geht nicht nur um ein "Nein", sondern um ein "Auf keinen Fall" oder "Das ist inakzeptabel". Manche verwechseln sie auch mit der ähnlich klingenden "Das ist nicht in meinem Sinne", die jedoch eine weniger emotionale und mehr sachliche Ablehnung ausdrückt.
Relevanz heute
Die Redewendung ist auch in der modernen Sprache durchaus lebendig und wird regelmäßig verwendet. Sie hat ihren leicht altmodischen Charme bewahrt, was sie besonders in mündlichen Gesprächen oder in einem bewusst pointierten Stil wirksam macht. Man trifft auf sie in Alltagsdiskussionen, in der politischen Berichterstattung, wenn es um unpopuläre Gesetzesvorhaben geht, oder auch in der Wirtschaft, wenn Verhandlungsangebote zurückgewiesen werden.
Die Brücke zur Gegenwart schlägt sich vor allem in ihrer Anpassungsfähigkeit. Während die "Tüte" historisch ein konkreter Gegenstand war, versteht heute jeder die metaphorische Bedeutung. Die Redensart funktioniert auch in digitalen Kontexten. Stellen Sie sich vor, jemand schlägt eine übermäßig komplizierte neue Software für das Team vor. Die Antwort "So ein umständliches System kommt mir nicht in die Tüte" wäre sofort verständlich und bringt die Ablehnung perfekt auf den Punkt.
Praktische Verwendbarkeit
Diese Redensart eignet sich hervorragend für Situationen, in denen Sie eine klare Kante zeigen möchten. Sie ist weniger für förmliche oder diplomatische Settings geeignet, sondern dort, wo Direktheit erwartet oder toleriert wird.
In einem lockeren Vortrag vor Kollegen könnte sie verwendet werden, um eine schlechte Idee humorvoll abzubügeln: "Die Vorschläge aus der letzten Sitzung waren ja ganz interessant, aber ständige Überstunden am Wochenende – das kommt mir nicht in die Tüte." In einem privaten Gespräch unter Freunden passt sie ebenso, etwa wenn es um ungerechte Kostenaufteilungen geht: "Dass ich für seine Fehleinkäufe mitzahlen soll, kommt mir nicht in die Tüte."
Vorsicht ist in besonders sensiblen Kontexten geboten. In einer Trauerrede oder in einem offiziellen Schreiben an Vorgesetzte wirkt die Redewendung zu salopp, zu hart und möglicherweise respektlos. Hier sind Formulierungen wie "Das kann ich so nicht mittragen" oder "Das lehne ich ab" deutlich angemessener. Die Stärke der Redensart liegt in ihrer bildhaften Entschiedenheit, die im richtigen Moment sehr überzeugend sein kann.
Weitere Beispiele für gelungene Sätze sind:
- "Ein Vertrag ohne Gewährleistung? Nein, so etwas kommt mir nicht in die Tüte."
- "Fünf Euro für einen Kaffee? Das kommt mir nicht in die Tüte, da gehe ich woanders hin."
- In einer hitzigen Diskussion: "Deine Unterstellungen kommen mir nicht in die Tüte. Bleiben wir bitte bei den Fakten."
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