Wieder auf der Matte stehen
Kategorie: Redewendungen
Wieder auf der Matte stehen
Autor: unbekannt
Herkunft
Die Redewendung "wieder auf der Matte stehen" ist ein Kind des 20. Jahrhunderts und entstammt der Welt des Sports, genauer gesagt des Kampfsports. Sie bezieht sich ursprünglich auf den Judo- oder Ringermattenbereich. Ein Kämpfer, der zu Boden gegangen oder geworfen wurde, musste sich erheben und erneut auf der Matte Position beziehen, um den Wettkampf fortzusetzen. Der erste schriftliche Nachweis findet sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in sportlichen Berichterstattungen. Die Übertragung in den allgemeinen Sprachgebrauch erfolgte schnell, da das Bild des Aufstehens und Weiterkämpfens universell verständlich ist.
Bedeutungsanalyse
Wörtlich beschreibt die Wendung die physische Handlung, sich nach einem Fall oder einer Niederlage wieder auf die Sportmatte zu stellen. Im übertragenen Sinn bedeutet sie, nach einer schwierigen Phase, einer Krankheit, einem beruflichen Rückschlag oder einer persönlichen Krise wieder aktiv am Leben teilzunehmen und seine Pflichten zu erfüllen. Sie impliziert nicht nur bloße Anwesenheit, sondern eine Rückkehr zur vollen Leistungsfähigkeit und Handlungsbereitschaft. Ein typisches Missverständnis liegt in der Annahme, es gehe nur um eine oberflächliche Rückkehr. Der Kern der Redensart ist jedoch mit der Konnotation von Widerstandskraft und Erholung verbunden – man steht nicht nur da, man ist bereit für die nächste Herausforderung.
Relevanz heute
Die Redewendung ist heute äußerst lebendig und relevant. Sie passt perfekt in eine Zeit, die Themen wie Resilienz, Work-Life-Balance und mentale Gesundheit stark diskutiert. Man hört und liest sie in nahezu allen Kontexten: in der Arbeitswelt ("Unser Kollege steht nach seiner Operation bald wieder auf der Matte"), im Profisport ("Die Mannschaft muss nach der Niederlage schnell wieder auf der Matte stehen") und im privaten Umfeld. Sie hat ihre kraftvolle, motivierende Bildhaftigkeit bewahrt und wird oft verwendet, um Anerkennung für eine überstandene schwere Zeit auszudrücken oder um sich selbst zu motivieren, weiterzumachen.
Praktische Verwendbarkeit
Die Wendung ist vielseitig einsetzbar, jedoch durch ihren sportlichen Ursprung tendenziell eher im informellen bis halbformellen Bereich angesiedelt. Sie eignet sich hervorragend für motivierende Ansprachen im Team, für persönliche Gespräche und für lockere Vorträge. In einer offiziellen Trauerrede könnte sie als zu salopp oder zu sehr auf Leistung fokussiert empfunden werden; hier wären Wendungen wie "ins Leben zurückfinden" angemessener.
Gelungene Beispiele für den Gebrauch sind:
- In einem Team-Meeting: "Ich freue mich, dass Sarah nach ihrer Elternzeit nun wieder voll auf der Matte steht und wir ihr Know-how zurückhaben."
- Im privaten Umfeld: "Die Grippe hat mich echt umgehauen, aber ab Montag stehe ich wieder auf der Matte."
- In einer E-Mail an Kunden: "Nach der kurzen Sommerpause stehen wir ab dem 1. September wieder voll auf der Matte und sind für Sie da."
Die Redewendung ist ideal, um Tatkraft und Zuverlässigkeit zu signalisieren. Sie ist weniger passend in Situationen, die besondere Feinfühligkeit erfordern oder in denen die überstandene Krise nicht mit "Kampf" assoziiert werden sollte.
Mehr Redewendungen
- Abwarten und Tee trinken
- Ach du grüne Neune!
- Alles über einen Kamm scheren
- Alte Zöpfe abschneiden
- Alter Schwede
- Am Hungertuch nagen
- Ans Eingemachte gehen
- Äpfel mit Birnen vergleichen
- Auf keinen grünen Zweig kommen
- Den Ball flach halten
- Den Faden verlieren
- Den Löffel abgeben
- Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen
- Der springende Punkt
- Einen Zahn zulegen
- Es faustdick hinter den Ohren haben
- Hieb und stichfest
- Holzauge sei wachsam
- Im siebten Himmel sein
- In den sauren Apfel beißen
- Jemandem aufs Dach steigen
- Jemandem einen Bären aufbinden
- Jemandem einen Denkzettel verpassen
- Jemanden an die Wand stellen
- Kein Blatt vor den Mund nehmen
- 950 weitere Redewendungen