Über die Wupper gehen

Kategorie: Redewendungen

Über die Wupper gehen

Autor: unbekannt

Herkunft

Die Herkunft der Redewendung "über die Wupper gehen" ist nicht vollständig geklärt und Gegenstand verschiedener Theorien. Da keine dieser Theorien mit absoluter Sicherheit belegt werden kann, lassen wir diesen Punkt gemäß Ihrer Vorgabe weg.

Bedeutungsanalyse

Die Redensart "über die Wupper gehen" bedeutet, dass etwas verloren ist, zerstört wird oder unwiederbringlich scheitert. Sie kann sich sowohl auf konkrete Gegenstände als auch auf abstrakte Pläne oder Situationen beziehen. Wörtlich genommen beschreibt sie die Bewegung über den Fluss Wupper, was jedoch in diesem Zusammenhang keine neutrale Ortsangabe ist. Die übertragene Bedeutung ist stets negativ konnotiert und signalisiert einen endgültigen Verlust oder ein definitives Ende.

Ein typisches Missverständnis besteht darin, die Redewendung mit einem einfachen Umzug oder Ortswechsel gleichzusetzen. Das ist nicht korrekt. Während "über den großen Teich gehen" tatsächlich das Auswandern nach Amerika meinen kann, impliziert "über die Wupper gehen" immer einen negativen, oft ruinösen Aspekt. Etwas geht nicht einfach woanders hin, es ist kaputt, pleite oder futsch. Eine kurze Interpretation lautet also: Die Redewendung ist das sprachliche Äquivalent zum Abwinken mit der Hand, wenn etwas endgültig und bedauerlicherweise nicht mehr zu retten ist.

Relevanz heute

Die Redewendung ist auch in der heutigen Zeit durchaus noch relevant und im Sprachgebrauch präsent, insbesondere in den Regionen Nordrhein-Westfalens und darüber hinaus. Sie wird verwendet, um auf pointierte Art ein definitives Scheitern oder Ende zu kommunizieren. Die Brücke zur Gegenwart schlägt sich in modernen Kontexten nieder: Ein Start-up, das alle Investorengelder verbrannt hat, ist "über die Wupper gegangen". Die Lieblingsserie, die nach der dritten Staffel abgesetzt wurde, hat es ebenfalls "über die Wupper geschafft". Selbst im persönlichen Bereich findet sie Anwendung, etwa wenn das Smartphone nach einem Sturz in die Pfütze endgültig seinen Geist aufgibt. Sie ist ein fester, wenn auch regional gefärbter Bestandteil des deutschen Idiomschatz.

Praktische Verwendbarkeit

Die Redewendung eignet sich hervorragend für lockere Gespräche, informelle Vorträge oder kollegiale Runden, in denen man ein Scheitern mit einer gewissen bildhaften Dramatik beschreiben möchte. Sie bringt eine Mischung aus Bedauern und resignativer Akzeptanz zum Ausdruck.

In formellen Kontexten wie einer offiziellen Trauerrede, einem juristischen Schriftsatz oder einer seriösen Presseerklärung zu einer Pleite wirkt sie hingegen zu salopp und zu umgangssprachlich. Hier wählt man besser neutrale Formulierungen wie "das Unternehmen musste Insolvenz anmelden" oder "der Plan ist gescheitert".

Gelungene Beispiele für den alltäglichen Gebrauch sind:

  • "Nach dem dritten kaputten Getriebe ist mein altes Auto jetzt endgültig über die Wupper gegangen."
  • "Unser Plan für ein Picknick im Park ist wegen des Dauerregens leider über die Wupper gegangen."
  • "Mit der letzten schlechten Bewertung ist der Ruf des Restaurants wohl über die Wupper gegangen."

Sie ist also der perfekte sprachliche Begleiter für alle Momente, in denen etwas nicht mehr zu reparieren ist und man diesem Fakt mit einem gewissen Sinn für Sprachbilder Ausdruck verleihen möchte.

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