Saufen wie ein Pferd
Kategorie: Redewendungen
Saufen wie ein Pferd
Autor: unbekannt
Herkunft
Die Herkunft der Redewendung "saufen wie ein Pferd" ist nicht exakt dokumentiert und lässt sich nicht auf ein bestimmtes historisches Ereignis oder eine literarische Quelle zurückführen. Daher wird dieser Punkt weggelassen, um nur gesicherte Informationen zu präsentieren.
Bedeutungsanalyse
Die Redensart "saufen wie ein Pferd" beschreibt in übertragener Weise eine Person, die außergewöhnlich große Mengen an alkoholischen Getränken konsumiert. Wörtlich genommen bezieht sich der Ausdruck auf den tatsächlichen Flüssigkeitsbedarf eines Pferdes, das bekanntlich viel Wasser trinkt. Im übertragenen Sinn wird diese Eigenschaft scherzhaft oder vorwurfsvoll auf Menschen angewandt, die beim Alkoholgenuss kein Maß kennen.
Ein typisches Missverständnis könnte darin liegen, dass man annimmt, Pferde würden Alkohol trinken. Das ist natürlich nicht der Fall. Der Vergleich zielt einzig auf die schiere Menge der aufgenommenen Flüssigkeit ab. Die Redewendung ist eine hyperbolische, also stark übertreibende, Metapher. Sie bewertet das Trinkverhalten negativ und impliziert mangelnde Kontrolle oder Zügellosigkeit.
Relevanz heute
Die Redewendung ist auch in der modernen Umgangssprache nach wie vor sehr lebendig und wird häufig verwendet. Sie hat nichts von ihrer bildhaften Kraft eingebüßt. Man begegnet ihr in gesprochener Sprache unter Freunden, in lockeren Berichten über Feiern oder in der humorvollen bis kritischen Beschreibung von Trinkgewohnheiten.
Die Brücke zur Gegenwart schlägt sich auch in der Adaption des Bildes nieder. So könnte man im übertragenen Sinn scherzhaft sagen, jemand habe "nach dem Marathon getrunken wie ein Pferd", wobei hier nur von Wasser die Rede ist. Der Kern der Aussage – ein ungewöhnlich hoher Konsum – bleibt in verschiedenen Kontexten erhalten. In einer gesundheitsbewussteren Zeit dient die Phrase oft als deutlicher Hinweis auf ein als problematisch empfundenes Verhalten.
Praktische Verwendbarkeit
Die Wendung ist durch und durch umgangssprachlich und salopp. Sie eignet sich daher nicht für formelle Anlässe wie offizielle Reden, Traueransprachen oder seriöse Vorträge. Dort würde sie als unpassend und respektlos empfunden.
Ihr natürliches Umfeld sind informelle Gespräche unter Erwachsenen, humoristische Schilderungen oder auch mahnende Worte im vertrauten Kreis. Sie kann kumpelhaft-anzüglich oder aber besorgt-kritisch gemeint sein, der Tonfall entscheidet darüber.
Hier finden Sie einige Beispiele für gelungene Sätze:
- In einem lockeren Gespräch: "Auf der Hochzeit von Thomas gestern habe ich mal wieder gesoffen wie ein Pferd. Mein Kopf heute Morgen war eine einzige Baustelle."
- In einer besorgten Äußerung: "Ich mache mir langsam Sorgen um ihn. Jedes Wochenende säuft er wie ein Pferd."
- In einer humorvollen Erzählung: "Die Jungs waren im Urlaub und haben gefeiert, was das Zeug hält. Die haben gesoffen wie die Pferde!"
Sie sollten die Redewendung also mit Bedacht verwenden. In einem lockeren Vereinsabend oder in einer Anekdote unter guten Freunden ist sie angebracht. In einem beruflichen Umfeld oder gegenüber Personen, die Sie nicht gut kennen, wirkt sie schnell flapsig und unprofessionell. Denken Sie stets daran, dass der Ausdruck eine starke Wertung enthält und daher nicht für neutrale Beschreibungen taugt.
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