Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche
Kategorie: Redewendungen
Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche
Autor: unbekannt
Herkunft
Die Herkunft dieser Redensart ist nicht mit letzter Sicherheit auf ein genaues Datum oder eine konkrete Quelle zurückzuführen. Sie entstammt dem christlich geprägten Alltag im deutschsprachigen Raum. Das "Amen", das abschließende Bekräftigungs- und Zustimmungswort im Gebet, ist ein fester und unverrückbarer Bestandteil jedes Gottesdienstes. Seine Verwendung in der Kirche ist so regelmäßig und vorhersehbar, dass es sprichwörtlich für absolute Sicherheit und Unausweichlichkeit stehen konnte. Die Redewendung dürfte sich im Volksmund entwickelt haben, als der Kirchenbesuch und die liturgischen Abläufe noch zum allgemeinen Erfahrungsschatz fast aller Menschen gehörten. Eine erste schriftliche Fixierung lässt sich nicht sicher belegen, weshalb dieser Punkt hier bewusst weggelassen wird.
Bedeutungsanalyse
Die Redewendung "Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche" ist eine steigernde Vergleichsfloskel. Sie dient dazu, eine Aussage oder eine Erwartung als absolut gewiss und unzweifelhaft zu kennzeichnen. Wörtlich genommen bezieht sie sich auf die liturgische Gewissheit, dass am Ende eines Gebetes in einem christlichen Gottesdienst stets das "Amen" gesprochen wird. Übertragen bedeutet sie, dass ein Ereignis oder ein Ergebnis genauso wenig in Frage steht wie dieser religiöse Ritualbestandteil. Ein mögliches Missverständnis könnte in der Annahme liegen, es handele sich um eine rein gläubige oder fromme Aussage. In Wirklichkeit wird die Formel heute fast ausschließlich säkular und ohne direkten religiösen Bezug verwendet. Sie nutzt lediglich das kulturell verankerte Bild der Unabänderlichkeit.
Relevanz heute
Trotz nachlassender Kirchenbindung in der Gesellschaft ist diese Redensart nach wie vor lebendig und gut verständlich. Sie gehört zum festen Bestand des allgemeinen Sprachschatzes. Ihre Relevanz bezieht sie nicht mehr primär aus der persönlichen Glaubenserfahrung, sondern aus ihrer Funktion als starkes, bildhaftes Stilmittel. Menschen verwenden sie, um in Alltagsgesprächen, in der Berichterstattung oder auch in politischen Kommentaren absolute Sicherheit zu betonen. Die Brücke zur Gegenwart schlägt sich in ihrer Anwendung auf moderne, oft weltliche Sachverhalte nieder: ob es um den sicheren Ausgang einer Wahl, das garantierte Eintreffen einer Lieferung oder das vorhersehbare Ergebnis einer Sportveranstaltung geht. Die Formel transportiert eine fast schon schicksalhafte Gewissheit.
Praktische Verwendbarkeit
Die Redewendung eignet sich für eine breite Palette an mündlichen und schriftlichen Situationen. Sie passt in lockere Unterhaltungen ebenso wie in etwas formellere Vorträge, wo sie durch ihren bildhaften Charakter eine Aussage auflockern und verstärken kann. In einer Trauerrede oder einem sehr feierlichen, ernsten Rahmen könnte sie hingegen als zu salopp oder zu sehr aus dem Alltag entlehnt empfunden werden. Besonders wirksam ist sie, wenn Sie eine scheinbare Selbstverständlichkeit pointiert ausdrücken möchten.
Hier finden Sie einige Beispiele für gelungene Verwendungen:
- In einem Geschäftsmeeting: "Dass wir das Projekt bis Freitag abschließen, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Alle Meilensteine sind erreicht."
- Im privaten Gespräch: "Er kommt zu spät, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Ich wette, wir können noch einen Kaffee trinken gehen."
- In einem Kommentar: "Der Verein verlängert den Vertrag des Trainers. Das steht so sicher wie das Amen in der Kirche fest, nach dieser grandiosen Saison."
Sie sollten die Formel sparsam einsetzen, um ihre Wirkung nicht zu verwässern. Sie ist ideal, um in Diskussionen einen letzten, unumstößlichen Punkt zu setzen oder um humorvoll eine vorhersehbare Entwicklung zu kommentieren.
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