Das ist mir Schnuppe!

Kategorie: Redewendungen

Das ist mir Schnuppe!

Autor: unbekannt

Herkunft

Die Herkunft der Redewendung "Das ist mir Schnuppe" ist nicht mit letzter Sicherheit belegbar. Es existieren jedoch zwei plausible Theorien, die beide auf dem Begriff "Schnuppe" basieren, der historisch für den glimmenden Dochtrest einer Kerze oder eine Sternschnuppe steht.

Die erste und populärste Erklärung bezieht sich auf die abgebrannte, wertlose Kerzendochtschnuppe. Wenn etwas "Schnuppe" war, hatte es keinen Wert mehr und konnte weggeworfen werden. Die Gleichgültigkeit gegenüber diesem nutzlosen Gegenstand übertrug sich auf die Bedeutung der Redensart.

Die zweite Theorie führt die Redewendung auf den Aberglauben zurück, dass mit einer Sternschnuppe ein Seelenfunke zur Erde falle oder ein Mensch sterbe. Da dies ein alltägliches und fernes Ereignis war, das den Einzelnen nicht unmittelbar betraf, konnte man gleichgültig sagen: "Das ist mir Schnuppe". Schriftliche Belege für die Redensart finden sich vermehrt ab dem 19. Jahrhundert.

Bedeutungsanalyse

Die Redewendung "Das ist mir Schnuppe" ist eine sehr deutliche, aber dennoch umgangssprachlich-freundliche Art, völlige Gleichgültigkeit oder Desinteresse auszudrücken. Sie signalisiert, dass einem eine Sache oder Meinung so unwichtig ist wie der wertlose Rest eines Kerzendochts.

Wörtlich bezieht sich "Schnuppe" auf das bereits beschriebene kleine Stück verkohlten Dochts. In der übertragenen Bedeutung steht es für "völlig egal", "interessiert mich nicht" oder "spielt keine Rolle". Ein typisches Missverständnis könnte entstehen, wenn jemand das Wort "Schnuppe" mit "Schnupfen" assoziiert, was jedoch inhaltlich keinen Sinn ergibt. Die korrekte Interpretation liegt stets im Bereich der bewussten Geringschätzung.

Relevanz heute

Die Redewendung ist auch im modernen Sprachgebrauch absolut lebendig und wird häufig verwendet. Sie hat nichts von ihrer Aussagekraft verloren und dient nach wie vor als klare Grenzsetzung. Besonders in informellen Gesprächen unter Freunden, in der Familie oder in lockeren Debatten ist sie ein beliebtes Stilmittel.

Ihre Relevanz zeigt sich sogar in der Anpassungsfähigkeit der Sprache. So existieren verstärkende Varianten wie "Das ist mir völlig schnuppe" oder "Das ist mir sowas von schnuppe", die die Gleichgültigkeit noch pointierter betonen. Die Brücke zur Gegenwart ist also intakt, da die Redensart ein menschliches Grundgefühl – nämlich das bewusste Ignorieren von als unwichtig erachteten Dingen – zeitlos und treffend ausdrückt.

Praktische Verwendbarkeit

Die Wendung eignet sich hervorragend für den informellen, privaten Alltag. Sie ist perfekt, um in geselliger Runde oder im vertrauten Kreis eine klare, aber nicht unfreundliche Position zu beziehen.

Geeignete Kontexte:

  • In privaten Diskussionen über Vorlieben oder Meinungen ("Ob du den Film magst oder nicht, ist mir schnuppe.")
  • Als Reaktion auf unbedeutende Kritik oder Lästereien
  • Um auszudrücken, dass eine bestimmte Formalität oder Regel in der Situation keine Rolle spielt

Weniger geeignet ist die Redewendung in formellen Situationen. In einer offiziellen Rede, einer Traueransprache, einem Geschäftsmeeting oder im Gespräch mit Vorgesetzten wirkt sie zu salopp, zu flapsig und respektlos. Hier sollten Sie auf neutralere Formulierungen wie "Das spielt keine Rolle" oder "Das ist nicht von Belang" zurückgreifen.

Beispiele für gelungene Sätze:

  • "Ob es nun regnet oder die Sonne scheint, das ist mir für unseren Ausflug völlig schnuppe. Hauptsache, wir sind zusammen."
  • "Was die Nachbarn über unseren neuen Gartenzaun denken, ist mir doch schnuppe!"
  • In einer lockeren Diskussion: "Deine persönliche Punktzahl in dem Spiel ist mir schnuppe. Können wir bitte über das Teamergebnis reden?"

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