Mit Mann und Maus untergehen

Kategorie: Redewendungen

Mit Mann und Maus untergehen

Autor: unbekannt

Herkunft

Die Redewendung "mit Mann und Maus untergehen" ist maritimen Ursprungs und entstammt der Seefahrersprache. Sie ist seit dem 17. Jahrhundert in der deutschen Sprache belegt. Der erste schriftliche Nachweis findet sich in einem Bericht aus dem Jahr 1664, in dem es über ein gesunkenes Schiff heißt, es sei "mit Mann und Maus" verloren gewesen. Der Kontext ist stets der dramatische und totale Verlust eines Schiffes auf See. Die Formulierung "Mann und Maus" diente dabei als bildhafte Verstärkung, um die Vollständigkeit der Katastrophe auszudrücken: Es blieb buchstäblich nichts und niemand übrig, der den Untergang überlebte.

Bedeutungsanalyse

Wörtlich beschreibt die Redewendung den Untergang eines Schiffes, bei dem die gesamte Besatzung ("Mann") und selbst die mitreisenden Nagetiere ("Maus") ums Leben kommen. Übertragen bedeutet sie heute, dass etwas komplett und endgültig zugrunde geht, ohne dass irgendetwas davon übrig bleibt oder gerettet werden kann. Es handelt sich um ein Bild für den totalen Verlust, den vollständigen Ruin oder das absolute Scheitern einer Sache. Ein typisches Missverständnis liegt in der Annahme, "Maus" könne sich auf ein technisches Gerät beziehen. Dies ist eine moderne Fehlinterpretation. Der historische Kern bezieht sich eindeutig auf die Tiere an Bord, die bei einem Schiffbruch ebenfalls keine Überlebenschance hatten. Die Redewendung vermittelt somit eine besonders drastische und endgültige Vorstellung vom Ende.

Relevanz heute

Trotz ihres historischen Ursprungs ist die Redewendung auch in der modernen Alltagssprache nach wie vor äußerst lebendig und relevant. Sie wird verwendet, um in übertragenem Sinn den kompletten Zusammenbruch oder das Ende von Projekten, Unternehmen, Plänen oder sogar Sportmannschaften zu beschreiben. Die Brücke zur Gegenwart schlägt sich besonders in wirtschaftlichen und politischen Kontexten: Man hört von Start-ups, die "mit Mann und Maus untergehen", oder von Wahlkampfstrategien, die grandios scheitern. Die bildhafte Kraft des maritimen Desasters funktioniert auch in einer digitalen Welt ausgezeichnet, um ein finales und umfassendes Scheitern zu charakterisieren.

Praktische Verwendbarkeit

Die Redewendung eignet sich für Situationen, in denen Sie ein besonders dramatisches und endgültiges Scheitern betonen möchten. Sie ist in neutralen bis informellen Kontexten gut platziert, kann in einer seriösen Analyse aber als starkes Stilmittel dienen.

  • Geeignete Kontexte: Kommentare, Analysen (z.B. Wirtschaft, Politik, Sport), lockere Vorträge, persönliche Erzählungen über gescheiterte Vorhaben. In einer Trauerrede wäre sie hingegen zu hart und bildlich zu gewaltsam, es sei denn, sie bezieht sich metaphorisch auf ein historisches Ereignis.
  • Anwendungsbeispiele:
    • "Nach dem Skandal ging das traditionsreiche Familienunternehmen leider mit Mann und Maus unter."
    • "Ihr Plan, die Konkurrenz mit einem Billigprodukt zu schlagen, ist grandios gescheitert – das ganze Projekt ist mit Mann und Maus untergegangen."
    • "In der Vorrunde spielte die Mannschaft so desaströs, dass sie praktisch mit Mann und Maus unterging."

Vermeiden sollten Sie die Redwendung in tröstenden oder sehr förmlichen Situationen, da ihre Konnotation zu absolut und schonungslos ist. Für ein leichtes Missgeschick ist sie eindeutig überzogen und würde unangemessen wirken.

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