Eine Schippe drauflegen

Kategorie: Redewendungen

Eine Schippe drauflegen

Autor: unbekannt

Herkunft

Die Redewendung "eine Schippe drauflegen" stammt aus der handwerklichen und bäuerlichen Arbeitswelt. Ihr Ursprung liegt im Umgang mit Schaufeln, die früher oft als "Schippe" bezeichnet wurden. Wenn Arbeiter beispielsweise Sand, Kohle oder Erde schaufelten, konnte man durch das "Drauflegen" einer weiteren Schaufelfüllung die Menge oder die Arbeitsintensität steigern. Der erste schriftliche Nachweis der Redensart findet sich bereits im 19. Jahrhundert. Sie etablierte sich als bildhafte Beschreibung dafür, eine bereits vorhandene Menge oder Anstrengung noch zu vergrößern.

Bedeutungsanalyse

Wörtlich genommen beschreibt die Redewendung die simple Handlung, mit einer Schaufel zusätzliches Material auf einen Haufen zu geben. In der übertragenen Bedeutung signalisiert sie, dass zu etwas bereits Vorhandenem noch etwas hinzugefügt wird, um es zu verstärken oder zu übertreffen. Es geht um eine Steigerung, oft in einem Wettbewerbs- oder Vergleichskontext. Ein typisches Missverständnis könnte sein, die Redewendung mit negativer Konnotation zu verwenden, etwa im Sinne von "den Spott noch vergrößern". Zwar ist das möglich, der Kern der Aussage bleibt jedoch die neutrale oder sogar positive Intensivierung. Man legt eine Schippe drauf, um besser, schneller, größer oder eindringlicher zu sein.

Relevanz heute

Die Redewendung ist nach wie vor äußerst lebendig und wird in der Alltagssprache häufig verwendet. Sie passt perfekt in eine Welt, die von Steigerung und Optimierung geprägt ist. Man begegnet ihr in der Wirtschaft ("Unser neues Modell legt beim Komfort noch eine Schippe drauf"), im Sport ("In der zweiten Halbzeit müssen wir definitiv eine Schippe drauflegen"), in Produktbewertungen ("Der Nachfolger legt bei der Leistung eine Schippe drauf") und sogar im privaten Bereich ("Zu deiner bereits tollen Vorarbeit lege ich gerne noch eine Schippe drauf und backe den Kuchen"). Ihre bildhafte Klarheit und Unkompliziertheit sorgen für anhaltende Beliebtheit.

Praktische Verwendbarkeit

Die Redewendung ist vielseitig einsetzbar, jedoch tendenziell eher im informellen bis halbformellen Bereich angesiedelt. Sie eignet sich hervorragend für lockere Vorträge, motivierende Ansprachen im Team, Blogbeiträge oder lebhafte Gespräche unter Kollegen. In einer offiziellen Trauerrede oder einem hochformellen diplomatischen Schreiben könnte sie als zu salopp oder alltagssprachlich wahrgenommen werden. Für die meisten anderen Kontexte ist sie jedoch ein prägnantes und verständliches Stilmittel.

Hier finden Sie einige Beispiele für gelungene Sätze:

  • "Die Konkurrenz ist stark, also müssen wir beim Service noch eine Schippe drauflegen."
  • "Ihre Bewerbung ist schon sehr gut. Mit etwas mehr Praxisbezug könnten Sie aber noch eine Schippe drauflegen."
  • "Das Essen war köstlich, aber der Dessertchef hat mit seiner Kreation dann noch eine Schippe draufgelegt."
  • "In der nächsten Projektphase müssen wir alle eine Schippe drauflegen, um den Termin zu halten."

Sie können die Formulierung also nutzen, um Leistung anzuspornen, eine Steigerung zu beschreiben oder eine besondere zusätzliche Anstrengung wertschätzend anzuerkennen.

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