Eine Katze hat sieben / neun Leben
Kategorie: Redewendungen
Eine Katze hat sieben / neun Leben
Autor: unbekannt
Herkunft
Die genaue Herkunft dieser Redensart liegt im Dunkeln, weshalb wir auf diesen Punkt verzichten. Es existieren zahlreiche Theorien und kulturelle Bezüge, die von altägyptischen Gottheiten bis zu mittelalterlichen Volksmärchen reichen. Eine historisch gesicherte und belegbare Erstnennung in einem spezifischen Kontext lässt sich jedoch nicht mit absoluter Gewissheit angeben.
Bedeutungsanalyse
Im wörtlichen Sinne behauptet die Redewendung, eine Katze besitze sieben oder neun Leben. Dies ist natürlich eine bildhafte Übertreibung. Im übertragenen Gebrauch beschreibt sie eine Person oder manchmal auch ein Projekt, die ungewöhnlich viel Glück bei gefährlichen Situationen hat oder sich immer wieder aus scheinbar ausweglosen Lagen befreien kann. Ein häufiges Missverständnis ist die Annahme, die Zahl sei festgelegt. Ob sieben oder neun Leben genannt werden, hängt oft von regionalen oder sprachlichen Traditionen ab. Im Englischen sind es "nine lives", im Deutschen und einigen anderen Sprachen oft sieben. Die Kernaussage bleibt identisch: eine außerordentliche Zähigkeit und ein fast schon wundersames Überlebensgeschick.
Relevanz heute
Die Redewendung ist nach wie vor äußerst lebendig und wird ständig verwendet. Sie hat ihren Platz in der Alltagssprache, in journalistischen Kommentaren und in der Unterhaltungsbranche. Besonders relevant ist sie in Kontexten, wo es um Risiko und Resilienz geht. Man findet sie in Sportberichten über einen Athleten, der nach Verletzungen ein Comeback feiert, in Wirtschaftskolumnen über Unternehmen, die Krisen überstehen, oder in politischen Analysen. Selbst in der digitalen Welt wird sie auf Persönlichkeiten angewendet, die einen Shitstorm überdauern. Die Redensart schlägt somit perfekt die Brücke von der mystischen Katze zur modernen Vorstellung von Widerstandsfähigkeit.
Praktische Verwendbarkeit
Sie können diesen Ausdruck in vielen informellen bis halbformellen Situationen nutzen. Er eignet sich hervorragend für lockere Vorträge, um die Zähigkeit eines Teams zu würdigen, oder in einem privaten Gespricht, um bewundernd über einen Freund zu sprechen. In einer Trauerrede wäre sie wahrscheinlich zu salopp, es sei denn, sie wird sehr einfühlsam und als Metapher für den Lebenswillen des Verstorbenen eingesetzt. In einer offiziellen politischen Rede könnte sie als zu umgangssprachlich empfunden werden.
Hier finden Sie einige Beispiele für gelungene Sätze:
- "Unser Start-up hat wirklich sieben Leben. Nach dem dritten Investoren-Absprung dachte ich schon, es sei vorbei, aber jetzt geht es wieder bergauf."
- "In seiner Karriere als Stuntman hat er bewiesen, dass er mindestens neun Leben hat. Jedes Mal kommt er mit dem Schrecken davon."
- "Du solltest wirklich vorsichtiger sein! Du hast doch nicht wie eine Katze sieben Leben, die du verspielen kannst."
Besonders passend ist die Redensart also, wenn Sie Bewunderung für jemandes Glück oder Zähigkeit ausdrücken möchten, oder auch als mahnender Hinweis auf die Endlichkeit solchen Glücks. Sie bringt eine bildhafte, leicht schmunzelnde Note in die Beschreibung von außergewöhnlicher Überlebenskunst.
Mehr Redewendungen
- Abwarten und Tee trinken
- Ach du grüne Neune!
- Alles über einen Kamm scheren
- Alte Zöpfe abschneiden
- Alter Schwede
- Am Hungertuch nagen
- Ans Eingemachte gehen
- Äpfel mit Birnen vergleichen
- Auf keinen grünen Zweig kommen
- Den Ball flach halten
- Den Faden verlieren
- Den Löffel abgeben
- Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen
- Der springende Punkt
- Einen Zahn zulegen
- Es faustdick hinter den Ohren haben
- Hieb und stichfest
- Holzauge sei wachsam
- Im siebten Himmel sein
- In den sauren Apfel beißen
- Jemandem aufs Dach steigen
- Jemandem einen Bären aufbinden
- Jemandem einen Denkzettel verpassen
- Jemanden an die Wand stellen
- Kein Blatt vor den Mund nehmen
- 950 weitere Redewendungen