Das setzt einer Sache die Krone auf

Kategorie: Redewendungen

Das setzt einer Sache die Krone auf

Autor: unbekannt

Herkunft

Die Redewendung "Das setzt einer Sache die Krone auf" stammt aus dem Mittelalter und ist in der europäischen Kultur fest verwurzelt. Ihr Ursprung liegt in der bildlichen Vorstellung einer Krönung als feierlichem Höhepunkt und Abschluss eines Vorgangs. Historisch belegt ist die Verwendung in der deutschen Sprache spätestens seit dem 16. Jahrhundert. Sie findet sich häufig in Erzählungen und Chroniken, wo eine Reihe von Ereignissen oder Unglücksfällen geschildert wird. Der letzte und meist besonders gravierende Vorfall wurde dann sprichwörtlich mit einer Krone gekrönt, ähnlich wie ein König seine Herrschaft mit der Krönung vollendet. Dieser bildhafte Akt markierte den Gipfelpunkt, ob im Positiven oder, wie heute meist, im Negativen.

Bedeutungsanalyse

Im wörtlichen Sinne beschreibt die Redewendung den Vorgang, einer Statue oder einer Darstellung eine Krone aufzusetzen, um sie zu vollenden oder zu adeln. In der übertragenen Bedeutung kennzeichnet sie den letzten Punkt einer oft negativen Reihe, der diese in besonderer Weise übertrifft und damit den Höhepunkt des Ärgernisses, der Absurdität oder des Pechs darstellt. Ein typisches Missverständnis besteht darin, die Redewendung ausschließlich positiv zu deuten, also im Sinne einer "Krönung" als glorreicher Abschluss. Während dieser Ursprung durchaus mitschwingt, wird der Ausdruck im modernen Sprachgebrauch fast immer ironisch oder sarkastisch verwendet. Kurz gesagt: Es ist der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, jedoch mit dem bildlichen Gewicht eines königlichen Insigniums.

Relevanz heute

Die Redewendung ist auch in der Gegenwart äußerst lebendig und relevant. Sie wird nach wie vor häufig in der Alltagssprache, in den Medien und in der politischen Kommentierung benutzt. Ihre Stärke liegt in der plastischen Bildhaftigkeit, die selbst komplexe Frustrationsmomente auf einen Punkt bringen kann. Die Brücke zur heutigen Zeit schlägt sich besonders in der Beschreibung von Missständen oder skurrilen Begebenheiten. Ob in der Arbeitswelt, beim Ärger mit Behörden, in der Politik oder bei persönlichen Pannen – sobald sich mehrere unerfreuliche Dinge aneinanderreihen und ein finales Ereignis alles Bisherige in den Schatten stellt, ist diese Formulierung parat. Sie verbindet historische Tiefe mit unmittelbarer Ausdruckskraft.

Praktische Verwendbarkeit

Die Redewendung eignet sich hervorragend für narrative Kontexte, in denen Sie eine Steigerung oder einen pointierten Abschluss suchen. In einer lockeren Vortragsrede oder einem geselligen Gespräch wirkt sie gut, um gemeinsames Kopfschütteln oder Lachen zu erzeugen. Auch in einer Kolumne oder einem kritischen Kommentar kann sie treffend eingesetzt werden. Vorsicht ist in sehr formellen oder ernsten Situationen geboten, etwa in einer offiziellen Trauerrede oder einem diplomatischen Schreiben. Hier könnte der ironische Unterton als zu salopp oder respektlos empfunden werden. Die Wendung ist also ideal für die mündliche Schilderung und die lebendige Schriftsprache.

Gelungene Anwendungsbeispiele:

  • Nachdem der Zug Verspätung hatte, die Klimaanlage ausfiel und dann auch noch die Toiletten gesperrt wurden, setzte der Durchsagefehler dem Ganzen die Krone auf.
  • Für seine Bewerbung hat er das Anschreiben vergessen, den Lebenslauf unvollständig abgeschickt und dann setzte er der Sache die Krone auf, indem er im Vorstellungsgespräch den Namen der Firma falsch aussprach.
  • In einer Teamsitzung können Sie sagen: "Dass der Projektleiter jetzt auch noch krank wird, setzt dem Ganzen ja wirklich die Krone auf."

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