Das ist ein dicker Hund

Kategorie: Redewendungen

Das ist ein dicker Hund

Autor: unbekannt

Herkunft

Die genaue Entstehung der Redewendung "Das ist ein dicker Hund" lässt sich nicht mit absoluter Sicherheit auf ein einzelnes Ereignis zurückführen. Sprachwissenschaftler sehen jedoch einen plausiblen Ursprung in der Jägersprache des 19. Jahrhunderts. Dort bezeichnete ein "dicker Hund" nicht etwa ein übergewichtiges Tier, sondern einen Hund, der sich während der Jagd ungeschickt anstellte, etwa indem er das Wild zu früh aufscheuchte. Dieser "dicke", also ungeschickte oder plumpe Hund, verhinderte so den Jagderfolg. Aus diesem konkreten Missgeschick übertrug sich die Bedeutung auf allgemeine, unangenehme und ärgerliche Vorkommnisse.

Bedeutungsanalyse

Die Redewendung "Das ist ein dicker Hund" beschreibt im übertragenen Sinne einen unangenehmen oder peinlichen Vorfall, eine Ungerechtigkeit oder eine besonders dreiste Angelegenheit. Wörtlich genommen wäre schlicht von einem korpulenten Vierbeiner die Rede, was jedoch niemals gemeint ist. Ein typisches Missverständnis besteht darin, die Wendung mit einem großen Erfolg oder einer positiven Überraschung zu verwechseln – das Gegenteil ist der Fall. Es geht stets um eine negative, oft auch skandalöse Situation, die Erstaunen und Unmut hervorruft. Kurz gesagt: Man äußert damit sein Entsetzen über eine unverschämte oder unerwartet schlechte Sache.

Relevanz heute

Die Redewendung ist auch in der modernen Umgangssprache durchaus noch lebendig, wenn auch vielleicht nicht mehr im allerjüngsten Sprachgebrauch. Sie wird nach wie vor verwendet, um in gesprochenem Deutsch Empörung oder ungläubiges Staunen auszudrücken. Sie findet sich häufig in privaten Gesprächen, in Kommentaren zu politischen oder gesellschaftlichen Skandalen oder in der Berichterstattung, wenn Journalisten einen besonders eklatanten Vorgang pointiert benennen möchten. Die Brücke zur Gegenwart schlägt sie mühelos, da es auch heute nicht an "dicken Hunden", also an dreisten Affären oder ärgerlichen Pannen, mangelt.

Praktische Verwendbarkeit

Sie können diese Redewendung in informellen bis halbformellen Kontexten verwenden, um Ihren Unmut deutlich zu machen. In einer lockeren Rede oder einem Vortrag kann sie als plastische und eingängige Formulierung punkten. In einer ernsten Trauerrede oder einem hochoffiziellen Schreiben wäre sie dagegen zu salopp und deplatziert. Ideal eignet sie sich für Gespräche unter Kollegen, in denen man über eine Arbeitspanne spricht, oder im privaten Kreis beim Austausch über eine als unfair empfundene Situation.

Hier finden Sie einige Beispiele für gelungene Sätze:

  • "Die neue Steuer auf Solarenergie? Das ist ja ein dicker Hund, der nur den Ausbau erneuerbarer Energien bremst!"
  • "Dass der Vertrag jetzt schon wieder geändert wurde, ist wirklich ein dicker Hund."
  • In einem Meeting: "Wenn das Projekt jetzt noch mehr kostet, wäre das ein dicker Hund. Wir müssen das unbedingt vermeiden."

Nutzen Sie die Formulierung also, wenn Sie eine Situation als besonders unverschämt, dreist oder unangenehm empfinden und dies mit einer bildhaften Sprache unterstreichen möchten.

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