Da fress ich einen Besen

Kategorie: Redewendungen

Da fress ich einen Besen

Autor: unbekannt

Herkunft

Die Herkunft der Redewendung "Da fress ich einen Besen" ist nicht zweifelsfrei belegt. Es existieren verschiedene volkstümliche Erklärungsversuche, die jedoch nicht historisch gesichert sind. Eine verbreitete Vermutung führt sie auf das Bild eines verärgerten Hausgeistes oder einer Hexe zurück, die im Zorn etwas Unmögliches oder Absurdes tun würde. Eine andere Deutung sieht einen Zusammenhang mit alten Bräuchen, bei denen Besen eine symbolische Rolle spielten. Da keine dieser Theorien durch verlässliche Quellen, etwa aus der Literatur- oder Sprachgeschichte, gestützt werden kann, lassen wir diesen Punkt weg.

Bedeutungsanalyse

Die Redewendung "Da fress ich einen Besen" ist ein sehr bildhafter und emotionaler Ausdruck des völligen Unglaubens oder der absoluten Skepsis. Wörtlich beschreibt sie eine physisch unmögliche und absurde Handlung: das Verspeisen eines Haushaltsbesens. Übertragen signalisiert der Sprecher damit auf humorvolle oder auch sarkastische Weise, dass er etwas für derart unwahrscheinlich hält, dass er im Falle des Eintretens diese groteske Tat vollbringen würde. Es ist eine Steigerung von einfachen Ausdrücken wie "Das glaube ich nicht" oder "Das kann nicht sein". Ein typisches Missverständnis könnte in der Annahme liegen, es handele sich um eine Drohung oder einen Ausdruck von Wut. Im Kern geht es jedoch weniger um Zorn als um grenzenlose Verwunderung und Zweifel. Die Aussage bedeutet kurz gesagt: "Das ist so unglaublich, dass ich etwas völlig Unsinniges tun würde, sollte es doch wahr sein."

Relevanz heute

Die Redewendung ist auch in der heutigen Zeit durchaus lebendig, wenn auch nicht im allerhäufigsten Gebrauch. Sie wird vorwiegend in informellen, gesprochenen Kontexten verwendet und dient als kraftvolles Stilmittel, um Unglauben oder ironische Skepsis auszudrücken. Ihre Relevanz liegt in ihrer bildhaften und übertriebenen Natur, die in einer von Superlativen geprägten Kommunikation auffällt. Besonders in sozialen Medien oder in lockeren Gesprächen kann sie eingesetzt werden, um eine pointierte und persönliche Reaktion auf überraschende Nachrichten, unglaubliche Geschichten oder gewagte Versprechungen zu geben. Sie schlägt somit eine Brücke von einer älteren, bildreichen Ausdrucksweise zu modernen Kommunikationsbedürfnissen, bei denen es auf emotionale Betonung und individuelle Färbung ankommt.

Praktische Verwendbarkeit

Die Wendung eignet sich hervorragend für alle informellen Situationen, in denen Sie Ihren starken Zweifel auf humorvolle, nicht bösartige Weise kundtun möchten. Sie ist ideal im lockeren Freundeskreis, in der Familie oder unter Kollegen auf einer wohlwollenden Ebene.

Geeignete Kontexte:

  • Lockere Gespräche und Alltagsplaudereien ("Wenn du den Marathon unter drei Stunden läufst, dann fress ich einen Besen!")
  • Kommentare in sozialen Medien oder Online-Foren zu überraschenden Meldungen.
  • Pointierte Einwände in einem zwanglosen Vortrag oder einer Präsentation, um eine gewagte These des Gegenübers zu kommentieren.

Weniger geeignet oder unpassend:

  • Formelle Anlässe wie Trauerreden, offizielle Ansprachen oder geschäftliche Verhandlungen. Hier wirkt sie zu salopp und respektlos.
  • In ernsten Streitgesprächen oder Konflikten, da ihr humoristischer Unterton missverstanden werden könnte.
  • Gegenüber Personen, die Sie nicht gut kennen oder die einen sehr sachlichen Kommunikationsstil bevorzugen.

Beispiele für gelungene Sätze:

"Die sollen den alten Bahnhof bis nächsten Monat renoviert haben? Da fress ich einen Besen!"

"Er hat versprochen, pünktlich zu sein? Also, da würde ich glatt einen Besen fressen."

"Wenn diese Mannschaft wirklich Meister wird, dann können Sie mir einen Besen zum Abendessen servieren."

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