Breit sein
Kategorie: Redewendungen
Breit sein
Autor: unbekannt
Herkunft
Die Herkunft der Redewendung "breit sein" ist nicht eindeutig und historisch belegbar dokumentiert. Es existieren verschiedene volksetymologische Erklärungsansätze, die sich jedoch nicht auf verlässliche Quellen stützen können. Ein populärer, aber nicht verifizierbarer Erklärungsversuch führt die Wendung auf das Bild einer übervollen, "breit" gewordenen Geldbörse zurück, die auf Wohlstand und damit verbundenen verschwenderischen Lebensstil hindeuten soll. Ein anderer Ansatz vermutet einen Zusammenhang mit der Körperhaltung eines betrunkenen Menschen, der sich "breitbeinig" hinstellt. Da keine dieser Theorien als gesichert gelten kann, lassen wir diesen Punkt aus Gründen der inhaltlichen Zuverlässigkeit weg.
Bedeutungsanalyse
Die Redewendung "breit sein" besitzt eine klare übertragene Bedeutung. Wörtlich genommen beschreibt "breit" lediglich eine räumliche Ausdehnung. Im umgangssprachlichen Gebrauch bedeutet "breit sein" jedoch, sich in einem Zustand der starken Alkoholisierung oder, in einem weiteren Sinne, der deutlichen Berauschung zu befinden. Ein typisches Missverständnis könnte darin liegen, die Formulierung mit Überheblichkeit oder Arroganz ("sich breitmachen") zu verwechseln. Dies ist jedoch nicht der Fall. Die Kerninterpretation ist stets auf den physischen und mentalen Zustand unter Einfluss von Rauschmitteln bezogen. Kurz gesagt: Jemand, der "breit ist", ist nicht mehr nüchtern, sondern angetrunken bis betrunken.
Relevanz heute
Die Redewendung ist in der heutigen Umgangssprache nach wie vor äußerst lebendig und relevant. Sie wird vorwiegend in informellen Gesprächen unter Jugendlichen und Erwachsenen verwendet, um einen Rauschzustand zu beschreiben. Ihre Verwendung hat sich mit der Zeit sogar leicht ausgeweitet. Während sie traditionell stark mit Alkoholkonsum verbunden ist, wird sie in bestimmten Kontexten heute auch für den Zustand nach dem Konsum von Cannabis gebraucht. Die Brücke zur Gegenwart schlägt sich somit in der anhaltenden Popularität des Ausdrucks in der Alltagskommunikation nieder, besonders in Situationen, die Freizeit, Feiern und gesellschaftliches Beisammensein betreffen. Sie ist ein fester Bestandteil des deutschen Slangs.
Praktische Verwendbarkeit
Die Anwendung dieser Redewendung ist strikt auf lockere, informelle und vertraute Zusammenhänge beschränkt. In formellen Reden, beruflichen Meetings oder gar einer Trauerrede wäre ihre Verwendung absolut unangebracht, zu salopp und respektlos. Geeignet ist sie hingegen in privaten Gesprächen mit Freunden, in der Erzählung von Partyerlebnissen oder in locker geführten Jugendvorträgen zum Thema Suchtprävention, um eine lebensnahe Sprache zu verwenden.
Hier einige Beispiele für gelungene Sätze:
- "Gestern auf der Geburtstagsfeier war er leider etwas zu breit, um noch vernünftig Karten zu spielen."
- "Ich trinke heute nichts, ich muss früh raus. Letztes Wochenende war ich breit genug."
- In einem scherzhaften Ton unter Freunden: "Entschuldige die wirre Nachricht von gestern Abend, ich war da schon ein bisschen breit."
Sie sollten die Formulierung also bewusst einsetzen, um eine lässige, ungezwungene Atmosphäre zu kreieren, und stets das Publikum sowie den Anlass im Blick behalten.
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