Abgehen wie Schmidts Katze

Kategorie: Redewendungen

Abgehen wie Schmidts Katze

Autor: unbekannt

Herkunft

Die Herkunft der Redewendung "Abgehen wie Schmidts Katze" ist nicht eindeutig und historisch belegbar geklärt. Es existieren verschiedene volkstümliche Erklärungsversuche, die jedoch alle im Bereich der Anekdote verbleiben. Eine verbreitete Geschichte erzählt von einem Mann namens Schmidt, dessen Katze sich derart heftig und unkontrolliert beim Spielen oder in einer Gefahrensituation gebärdete, dass dieses Verhalten sprichwörtlich wurde. Ein anderer Erklärungsansatz verweist auf die Tradition der "Katzenmusik", einem lärmenden, unmelodischen Ständchen, bei dem vielleicht ein gewisser Schmidt besonders aktiv war. Da keine dieser Theorien durch historische Quellen wie schriftliche Erstnennungen gesichert ist, lassen wir diesen Punkt aus Gründen der inhaltlichen Zuverlässigkeit weg.

Bedeutungsanalyse

Die Redensart "Abgehen wie Schmidts Katze" beschreibt ein Verhalten, das von überschäumender Energie, wilder Begeisterung oder auch hektischer Betriebsamkeit geprägt ist. Wer "wie Schmidts Katze abgeht", tobt sich aus, feiert ausgelassen oder handelt mit großer, vielleicht sogar unkoordinierter Geschwindigkeit. Wörtlich genommen suggeriert das Bild einer davonlaufenden oder durchdrehenden Katze, die sich kaum bändigen lässt. Im übertragenen Sinn geht es also um einen Zustand der extremen Aktivität und des Kontrollverlusts im positiven wie im negativen Sinne. Ein typisches Missverständnis besteht darin, die Redewendung ausschließlich positiv als "großartige Feier" zu deuten. Sie kann jedoch auch kritisch mitschwingen und auf übertriebene, unangebrachte oder planlose Hektik hinweisen. Kurz gesagt: Es geht um ein aus der Reihe tanzendes, außergewöhnlich lebhaftes Agieren.

Relevanz heute

Auch in der heutigen Zeit ist diese Redewendung durchaus noch lebendig und wird verstanden, wenn auch ihre Verbreitung vielleicht regional begrenzt ist. Sie findet vor allem in der gesprochenen Umgangssprache Anwendung, seltener in formellen Texten. Ihre Relevanz zeigt sich in Kontexten, in denen es um die Beschreibung von Events, Partys oder persönlichen Reaktionen geht. Man könnte sagen: "Auf dem Konzert ist es gestern abgegangen wie Schmidts Katze!" und jeder weiß, dass eine energiegeladene, euphorische Stimmung herrschte. Die Brücke zur Gegenwart schlägt sich auch in modernen Vergleichen; wer "abgeht wie Schmidts Katze", verhält sich ähnlich wie jemand, der "voll abfeiert" oder "durchdreht". Damit bleibt sie ein farbiges Bild für Situationen, die aus dem gewohnten, ruhigen Rahmen fallen.

Praktische Verwendbarkeit

Diese Redensart eignet sich hervorragend für lockere Gespräche und informelle Schilderungen. Sie passt perfekt, um eine tolle Partyatmosphäre, ein gelungenes Fest oder die ausgelassene Stimmung bei einem Sportevent zu beschreiben. In einem lockeren Vortrag über ein erfolgreiches Firmenevent könnte der Sprecher sagen: "Und nach der Präsentation, als die Band anfing, ist es auf der Feier abgegangen wie Schmidts Katze." In einer privaten Erzählung wäre ein Beispiel: "Als die Überraschungsparty für sie begann, ist sie vor Freude abgegangen wie Schmidts Katze."

Sie ist jedoch zu salopp und zu umgangssprachlich für formelle Anlässe wie Trauerreden, offizielle Ansprachen, seriöse Berichte oder geschäftliche Korrespondenz. Dort würde sie als flapsig oder respektlos wirken. Auch in kritischen Kontexten, in denen Hektik negativ bewertet wird, kann sie angewendet werden: "Statt einen klaren Plan zu verfolgen, geht er in jedem Meeting ab wie Schmidts Katze und verliert den roten Faden." Achten Sie darauf, dass die Redewendung stets eine starke bildhafte Komponente hat und daher am besten in mündlicher Kommunikation oder in entsprechend locker gehaltenen Texten zur Geltung kommt.

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