Der wesentliche Wert der Frau liegt in ihrer …

Der wesentliche Wert der Frau liegt in ihrer Gebärfähigkeit und in ihrem hauswirtschaftlichen Nutzen.

Autor: Thomas von Aquin

Herkunft

Die genaue Herkunft dieser Aussage ist nicht eindeutig einem einzelnen Autor oder Werk zuzuordnen. Es handelt sich vielmehr um die prägnante Zusammenfassung einer jahrhundertealten, patriarchalen Gesellschaftsauffassung, die in vielen Kulturen verbreitet war. Formulierungen dieses Gedankens finden sich in rechtlichen Texten, philosophischen Abhandlungen und religiösen Schriften seit der Antike. Eine schriftliche Fixierung in nahezu identischer Form lässt sich jedoch nicht sicher belegen. Der Satz spiegelt ein traditionelles Rollenverständnis wider, das Frauen primär auf die biologische Funktion der Mutterschaft und die Verantwortung für den häuslichen Bereich reduzierte.

Bedeutungsanalyse

Wörtlich genommen bewertet der Satz den Wert einer Frau ausschließlich anhand zweier utilitaristischer Kriterien: ihrer Fähigkeit, Kinder zu gebären (Gebärfähigkeit), und ihrem Nutzen für die Führung des Haushalts (hauswirtschaftlicher Nutzen). Übertragen steht diese Redewendung heute nicht für eine ernsthafte Wertung, sondern für ein überholtes, extrem reduktionistisches Weltbild. Ein typisches Missverständnis wäre, sie als harmlose historische Floskel abzutun. In Wirklichkeit ist sie die essenzielle Formel für die systematische Ausgrenzung von Frauen aus öffentlichem Leben, Bildung und Selbstbestimmung. Die Interpretation ist eindeutig: Sie definiert den weiblichen Menschen nicht als Individuum mit eigenen Rechten, Talenten und Ambitionen, sondern als funktionales Objekt für die Erfüllung familiärer und ökonomischer Bedürfnisse einer von Männern dominierten Gesellschaft.

Relevanz heute

Als aktive, ernst gemeinte Redewendung ist dieser Satz heute glücklicherweise nicht mehr relevant. Seine Verwendung im alltäglichen Sprachgebrauch wäre gesellschaftlich geächtet. Dennoch besitzt er eine starke aktuelle Relevanz als historisches Referenzobjekt und als Warnzeichen. Er wird fast ausschließlich in diskursiven Kontexten zitiert, um vergangene Zustände zu kritisieren, den langen Weg der Emanzipation zu verdeutlichen oder aufzuzeigen, wo entsprechende Denkmuster vielleicht unterschwellig noch fortbestehen. In Debatten über Gender-Gaps, Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder reproduktive Rechte dient diese Formulierung oft als scharfes Kontrastmittel, um den Abstand zwischen damaligen und heutigen, gleichberechtigteren Ansprüchen zu messen. Die Brücke zur Gegenwart ist somit eine der kritischen Reflexion.

Praktische Verwendbarkeit

Eine direkte, unkommentierte Nutzung dieser Aussage in einer Rede oder einem Gespräch ist in modernen Kontexten absolut unangemessen, salopp, verletzend und diskriminierend. Ihre praktische Verwendbarkeit liegt einzig in der zitierenden Analyse und der bewussten Dekonstruktion. Sie eignet sich ausschließlich für bestimmte formelle oder bildende Anlässe.

  • Vorträge oder Seminare zu Themen der Geschlechtergeschichte, Soziologie oder Frauenrechte: Hier kann der Satz als Ausgangspunkt für eine tiefgehende Diskussion dienen.
  • Journalistische Kommentare oder Essays über gesellschaftlichen Wandel: Als Zitat markiert er den Ausgangspunkt, von dem aus sich Fortschritt beschreiben lässt.
  • Kritische Reden bei Veranstaltungen zum Internationalen Frauentag oder ähnlichen Anlässen: Eingebettet in eine klare Verurteilung kann er die Errungenschaften der Gegenwart hervorheben.

Ein Beispiel für einen gelungenen, kontextualisierenden Satz in einem Vortrag wäre: "Wenn wir heute den Satz 'Der wesentliche Wert der Frau liegt in ihrer Gebärfähigkeit und in ihrem hauswirtschaftlichen Nutzen' lesen, empfinden wir ihn zurecht als befremdlich. Genau diese Auffassung galt jedoch über Jahrhunderte als unhinterfragte Norm und zeigt, auf welchem Fundament unsere heutige Diskussion über Gleichberechtigung eigentlich steht." Für private Gespräche, Trauerreden oder lockere Unterhaltungen ist diese Formulierung grundsätzlich ungeeignet.

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