Das Weib ist dem Mann untertan wegen der Schwäche ihrer …
Das Weib ist dem Mann untertan wegen der Schwäche ihrer Natur und wegen der Kraft des Geistes und des Körpers im Manne.
Autor: Thomas von Aquin
Herkunft
Die Aussage "Das Weib ist dem Mann untertan wegen der Schwäche ihrer Natur und wegen der Kraft des Geistes und des Körpers im Manne" ist keine Redewendung im eigentlichen Sinne, sondern ein dogmatischer Lehrsatz. Seine wörtliche Quelle ist der Katechismus des Konzils von Trient (1566), auch Römischer Katechismus genannt. In diesem zentralen Glaubensdokument der katholischen Kirche wird in der Auslegung zum neunten Gebot ("Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib") die hierarchische Ordnung zwischen Mann und Frau theologisch begründet. Der Kontext ist somit nicht literarisch oder umgangssprachlich, sondern rein kirchlich-doktrinär. Das Konzil von Trient war die Antwort der katholischen Kirche auf die Reformation und formulierte verbindliche Lehren für mehrere Jahrhunderte.
Bedeutungsanalyse
Wörtlich postuliert der Satz eine naturgegebene Unterordnung der Frau unter den Mann. Diese wird mit zwei Argumenten untermauert: einer angeborenen "Schwäche" der weiblichen Natur und der überlegenen "Kraft" des Mannes in geistiger wie körperlicher Hinsicht. Es handelt sich um eine autoritative und essentialistische Begründung für patriarchale Strukturen. Ein häufiges Missverständnis liegt darin, den Satz als bloße historische Meinung zu lesen. Tatsächlich war er über Jahrhunderte hinweg offizielle Kirchenlehre mit enormer gesellschaftlicher Wirkmacht, die rechtliche und soziale Ungleichheit legitimierte. Übertragen oder metaphorisch im alltäglichen Sprachgebrauch wird dieser Ausspruch nicht verwendet. Seine Interpretation ist stets wörtlich und verweist auf ein spezifisches, hierarchisches Welt- und Menschenbild.
Relevanz heute
Als aktive Redewendung oder sprichwörtlicher Ausdruck ist dieser Satz heute nicht mehr in Gebrauch. Seine Relevanz liegt ausschließlich in der historisch-kritischen und gesellschaftspolitischen Reflexion. Er wird in Diskussionen über die Geschichte des Patriarchats, über kirchliche Geschlechterrollen oder in genderhistorischen Analysen zitiert. Der Satz dient als markantes Beispiel dafür, wie religiöse Autoritäten soziale Hierarchien mit Verweis auf die "Natur" festzuschreiben versuchten. Die aktuelle Debatte zeigt, wie konträr heutige Gleichberechtigungsvorstellungen zu diesen jahrhundertealten Dogmen stehen. Damit ist der Ausspruch ein wichtiges Zeitdokument, aber kein lebendiger Teil unserer Alltagssprache.
Praktische Verwendbarkeit
Dieser Ausspruch eignet sich nicht für den lockeren Sprachgebrauch, für Reden oder Gespräche im privaten oder modernen beruflichen Umfeld. Seine Verwendung wäre nicht nur salopp, sondern aufgrund seiner diskriminierenden Grundaussage höchst unangemessen und verletzend. Ein sinnvoller Kontext beschränkt sich auf wissenschaftliche, bildungspolitische oder historische Erörterungen. Sie könnten ihn beispielsweise in einem Vortrag zur Geistesgeschichte der Renaissance oder in einem Artikel über den Einfluss religiöser Dogmen auf das Familienrecht zitieren. Ein gelungenes Anwendungsbeispiel in einem solchen Fachkontext könnte lauten: "Der Römische Katechismus von 1566 formulierte die geschlechterhierarchische Position der Kirche unmissverständlich, indem er lehrte: 'Das Weib ist dem Mann untertan...'. Diese Doktrin wirkte jahrhundertelang als normative Grundlage." Für jeden anderen Anlass ist von einer Nutzung strikt abzuraten.
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