Um Erfolg zu haben, mußt du den Standpunkt des anderen …
Um Erfolg zu haben, mußt du den Standpunkt des anderen einnehmen und die Dinge mit seinen Augen betrachten.
Autor: unbekannt
Herkunft
Die Aussage "Um Erfolg zu haben, mußt du den Standpunkt des anderen einnehmen und die Dinge mit seinen Augen betrachten" ist kein Zitat im klassischen Sinne einer historischen Redewendung. Es handelt sich vielmehr um eine zeitlose Lebensweisheit, deren Ursprung sich nicht auf eine einzelne Person oder ein spezifisches Ereignis zurückführen lässt. Der Gedanke der Perspektivenübernahme ist ein zentrales Element in Philosophie, Ethik und Strategielehre seit der Antike. Vergleichbare Konzepte finden sich etwa in der Goldenen Regel verschiedener Kulturen ("Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu"), die ebenfalls Empathie und den Blickwechsel verlangt. Da eine eindeutige und belegbare Erstnennung dieser spezifischen Formulierung nicht vorliegt, verzichten wir an dieser Stelle auf eine detaillierte Herkunftsangabe.
Bedeutungsanalyse
Die Kernbedeutung dieser Weisheit liegt in der aktiven und bewussten Empathie. Wörtlich genommen fordert sie Sie auf, physisch den Platz Ihres Gegenübers einzunehmen und durch dessen Brille zu schauen. Übertragen bedeutet dies, die Welt aus dessen Erfahrungen, Werten, Ängsten und Hoffnungen heraus zu verstehen. Es geht nicht um bloßes Zuhören, sondern um ein tiefes Nachvollziehen der Beweggründe.
Ein häufiges Missverständnis ist die Gleichsetzung mit Zustimmung. Den Standpunkt eines anderen einzunehmen, heißt nicht, ihn gutzuheißen. Es ist ein strategischer und menschlicher Akt des Verstehens, der es Ihnen ermöglicht, viel präziser zu kommunizieren, zu verhandeln oder zu führen. Ein weiterer Irrtum ist die Annahme, dies sei ein passiver Vorgang. In Wahrheit ist es eine anstrengende geistige Leistung, die eigene, gewohnte Sichtweise bewusst zurückzustellen.
Relevanz heute
Die Relevanz dieser Aussage ist in der heutigen, komplex vernetzten Welt größer denn je. In einer Zeit, die von polarisierten Debatten, Filterblasen und verkürzter digitaler Kommunikation geprägt ist, ist die Fähigkeit zum Perspektivwechsel zu einer Schlüsselkompetenz geworden.
Sie wird aktiv verwendet und gelehrt in:
- Unternehmensführung und Design Thinking: Hier spricht man von "User Empathy" – das Produkt aus der Sicht des Kunden zu begreifen.
- Mediation und Konfliktlösung: Als grundlegende Methode, um festgefahrene Streitigkeiten zu lösen.
- Politischem Dialog und gesellschaftlichem Zusammenhalt: Als Gegenmittel zu pauschaler Verurteilung und für ein funktionierendes Miteinander in diversen Gesellschaften.
- Persönlicher Entwicklung: Als Weg zu tieferen zwischenmenschlichen Beziehungen und besserer Selbstreflexion.
Die Weisheit ist also kein verstaubter Spruch, sondern ein hochaktuelles Werkzeug für jeden, der in Beruf und Privatleben wirksam sein möchte.
Praktische Verwendbarkeit
Diese Aussage eignet sich hervorragend für Situationen, in denen es um Verständigung, Lösungssuche und strategisches Vorgehen geht. Sie ist weniger ein flapsiger Spruch für den lockeren Plausch, sondern vielmehr eine ernsthafte Maxime für reflektierte Gespräche.
Geeignete Kontexte:
- Berufliche Workshops zu Kommunikation, Vertrieb oder Führung.
- Einleitende Worte in einer Verhandlung oder einem schwierigen Gespräch, um den Ton zu setzen ("Bevor wir unsere Positionen austauschen, schlage ich vor, wir versuchen zunächst, die Lage aus der Sicht der anderen Abteilung zu sehen...").
- Coachings oder Mentoring-Gespräche, um eine neue Herangehensweise zu vermitteln.
- Ansprachen, die zu mehr Miteinander aufrufen, beispielsweise in Vereinen oder Gemeinden.
Beispiele für gelungene Sätze:
- "Unser Produkt wird erst dann wirklich gut sein, wenn wir konsequent den Standpunkt unserer Nutzer einnehmen und die App mit ihren Augen betrachten."
- "In diesem Familienstreit hilft es nicht, recht haben zu wollen. Versuchen wir doch mal für fünf Minuten, den Standpunkt des anderen einzunehmen."
- "Erfolgreiche Führungskräfte zeichnet aus, dass sie die Dinge auch mit den Augen ihrer Mitarbeiter betrachten können."
Vermeiden sollten Sie die Formulierung in rein konfrontativen oder sehr emotional aufgeladenen Momenten, wo sie als belehrend oder herunterspielend missverstanden werden könnte. Ihr wahres Potenzial entfaltet sie in einem Rahmen, der gemeinsames Lernen und Verstehen ermöglicht.