Männer die behaupten, sie seien die uneingeschränkten …

Männer die behaupten, sie seien die uneingeschränkten Herren im Haus, lügen auch bei anderer Gelegenheit.

Autor: unbekannt

Herkunft

Die genaue Herkunft dieser spitzen Redewendung lässt sich nicht zweifelsfrei belegen. Sie taucht in keiner klassischen Sammlung auf und kann keinem großen Literaten eindeutig zugeschrieben werden. Es handelt sich vielmehr um ein modernes, volkstümliches Bonmot, das sich im 20. Jahrhundert im deutschen Sprachraum verbreitet hat. Der Kontext ist stets der des gesellschaftlichen Scherzes oder der ironischen Kommentierung überholter Rollenbilder. Die Formulierung "lügen auch bei anderer Gelegenheit" verleiht der Aussage den Charakter einer allgemeingültigen, humorvollen Lebensweisheit.

Bedeutungsanalyse

Wörtlich genommen behauptet der Spruch, dass ein Mann, der von sich sagt, er sei der unangefochtene Herr in den eigenen vier Wänden, mit großer Wahrscheinlichkeit auch in anderen Lebenslagen zur Unwahrheit neigt. Die übertragene Bedeutung geht jedoch weit darüber hinaus. Die Redewendung ist eine humorvolle und zugleich scharfsinnige Kritik an einer bestimmten Art von Selbstinszenierung. Sie unterstellt, dass das Beharren auf einer solch absolutistischen Hausherren-Rolle an sich schon eine Unwahrheit oder eine Selbsttäuschung darstellt. Wer so etwas behauptet, pflegt demnach ein unrealistisches, überkommenes Bild von Partnerschaft und Familie. Das "andere Gelegenheit" ist dabei bewusst vage gehalten und kann alles Mögliche umfassen: von kleinen Alltagslügen bis zu grundlegenden Charakterschwächen. Ein typisches Missverständnis wäre, die Aussage als pauschale Verurteilung aller Männer zu lesen. Vielmehr zielt sie spezifisch auf jene ab, die ein bestimmtes, autoritäres Image kultivieren müssen.

Relevanz heute

Die Relevanz dieser Redewendung ist ungebrochen, auch wenn sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen gewandelt haben. In Zeiten partnerschaftlicher Gleichberechtigung wirkt die Figur des "Herrn im Haus" noch anachronistischer und damit die damit verbundene Prahlerei noch unglaubwürdiger. Der Spruch wird heute weniger als ernsthafte Charakteranalyse verwendet, sondern vielmehr als witziges und pointiertes Stilmittel in Diskussionen über Geschlechterrollen, Beziehungsdynamik oder auch einfach als scherzhafte Entlarvung von Angeberei. Er dient als schnelle, geistreiche Retorte, wenn jemand mit übersteigerten Autoritätsansprüchen auftritt, sei es im privaten Kreis oder in öffentlichen Debatten. Die Redewendung hat somit ihren Platz in der modernen Sprachkultur als eine Form des humorvollen, kritischen Common Sense bewahrt.

Praktische Verwendbarkeit

Diese Redewendung eignet sich hervorragend für lockere Gespräche unter Freunden, in Familien oder in informellen Diskussionsrunden, in denen mit einem Augenzwinkern über Beziehungen oder gesellschaftliche Klischees gesprochen wird. Sie ist perfekt für Situationen, in denen Sie eine übertriebene Machtdemonstration oder ein antiquiertes Rollenverständnis elegant und witzig entkräften möchten.

In einer Trauerrede oder einer sehr formellen Ansprache wäre sie hingegen unpassend, da ihr der leicht spöttische Unterton anhaftet. Auch in ernsthaften Paartherapie-Gesprächen könnte sie als zu verallgemeinernd und flapsig empfunden werden. Setzen Sie sie also mit Bedacht ein, stets mit der Absicht, eine Lacher zu erzeugen und zum Nachdenken anzuregen, nicht zu verletzen.

Gelungene Anwendungsbeispiele sind:

  • In einem lockeren Vortrag über Kommunikation in Partnerschaften: "Und wer dann noch behauptet, er sei der uneingeschränkte Herr im Haus, der lügt bekanntermaßen auch bei anderer Gelegenheit."
  • Im Gespräch unter Kollegen, wenn einer mit seiner angeblichen Strenge zu Hause prahlt: "Ach, erzähl doch nichts. Männer, die so etwas sagen, lügen doch bekanntlich auch sonst."
  • Als humorvolle Schlussbemerkung in einem Kommentar zu einem Artikel über traditionelle Familienbilder: "Die Studie scheint jene Männer zu bestätigen, die von ihrer unangefochtenen Stellung daheim berichten. Zur Erinnerung: Solche Männer lügen mitunter auch in anderen Lebenslagen."