So wie die Nase eines Mannes, so auch sein Johannes
Kategorie: Deutsche Sprichwörter
So wie die Nase eines Mannes, so auch sein Johannes
Autor: unbekannt
- Herkunft
- Bedeutungsanalyse
- Relevanz heute
- Wahrheitsgehalt / Wissenschaftlicher Check
- Praktische Verwendbarkeit / Anwendungsbeispiele
Herkunft
Die Herkunft dieses derben Sprichwortes lässt sich nicht mit absoluter Sicherheit auf eine konkrete Quelle oder einen genauen Zeitpunkt zurückführen. Es handelt sich um eine volkstümliche Redensart, die vermutlich mündlich überliefert wurde. Schriftliche Belege in historischen Sammlungen oder literarischen Werken sind nicht eindeutig nachweisbar. Aufgrund seiner anatomischen Direktheit ist davon auszugehen, dass es sich um eine sehr alte, im deutschsprachigen Raum verbreitete Bauernregel oder einen derben Scherz unter Männern handelt, der nie offiziell dokumentiert wurde. Da eine hundertprozentige Belegbarkeit nicht gegeben ist, wird dieser Punkt hier weggelassen.
Bedeutungsanalyse
Das Sprichwort "So wie die Nase eines Mannes, so auch sein Johannes" stellt einen direkten und körperlichen Vergleich auf. Wörtlich behauptet es, dass die Größe oder Form der männlichen Nase ein verlässlicher Indikator für die Dimensionen des Penis sei. In der übertragenen Bedeutung spiegelt es den volkstümlichen Glauben wider, dass äußere, sichtbare Merkmale Rückschlüsse auf verborgene oder intime Eigenschaften zulassen. Die vermeintliche Lebensregel dahinter ist eine simple, wenn auch grobe Daumenregel zur schnellen Einschätzung eines Mannes. Ein typisches Missverständnis ist die Annahme, es handle sich um eine ernsthafte biologische Faustformel. In Wahrheit ist der Spruch primär als scherzhafte, oft anzügliche Floskel zu verstehen, die weniger eine Tatsache beschreibt, als vielmehr eine humorvolle oder provozierende Unterhaltung anstößt. Kurz interpretiert: Es ist ein derbes Bonmot, das körperliche Merkmale in einen amüsanten, aber unwissenschaftlichen Zusammenhang bringt.
Relevanz heute
Die aktuelle Relevanz des Sprichwortes ist als sehr gering einzustufen. In seriösen oder öffentlichen Diskursen findet es keine Verwendung mehr. Allenfalls lebt es noch in sehr informellen, meist männlich dominierten Gesprächskreisen fort, wo es als altertümlicher und plump-derber Witz zitiert werden könnte. In einer Zeit, die für mehr Sensibilität gegenüber Körperbildern und gegen sexistische Stereotype eintritt, wirkt die Redewendung ausgesprochen antiquiert und deplatziert. Die Brücke zur Gegenwart zeigt somit eher, dass solche Sprichwörter aus der Mode gekommen sind und heute oft als unangemessen oder anstößig empfunden werden. Sein Fortbestehen ist auf den Bereich des historischen oder tabubrechenden Humors beschränkt.
Wahrheitsgehalt / Wissenschaftlicher Check
Der wissenschaftliche Check fällt eindeutig und eindeutig negativ aus. Es existiert keinerlei medizinisch-anatomischer Zusammenhang zwischen der Größe oder Form der Nase und der Länge oder Beschaffenheit des Penis. Diese Körperteile entwickeln sich unabhängig voneinander und werden durch komplett unterschiedliche genetische und hormonelle Faktoren gesteuert. Mehrere Studien haben sich mit möglichen äußeren Indikatoren für die Penisgröße beschäftigt und keinerlei verlässliche Korrelation zu Merkmalen wie Nasengröße, Fußlänge oder Fingerlänge feststellen können. Das Sprichwort wird durch moderne Erkenntnisse der Anatomie und Medizin somit vollständig widerlegt. Es handelt sich um einen reinen Aberglauben ohne jeden faktischen Kern.
Praktische Verwendbarkeit / Anwendungsbeispiele
Die praktische Verwendbarkeit dieses Spruches im Alltag ist äußerst begrenzt und mit großer Vorsicht zu genießen. Aufgrund seiner derben und intimen Natur ist er für die allermeisten sozialen Kontexte völlig ungeeignet.
Er wäre zu salopp, zu hart und zu flapsig für Reden, Vorträge, berufliche Gespräche, Trauerfeiern oder jeden anderen offiziellen oder respektvollen Anlass. Selbst in einem lockeren Männergespräch unter engen Freunden könnte die Äußerung heute als geschmacklos oder altbacken ankommen.
Ein denkbares, sehr spezifisches Szenario für eine gelungene Verwendung wäre ein humoristischer Vortrag über historische Körper-Mythen oder die Dekonstruktion alter Sprichwörter. Hier könnte man den Spruch als Beispiel für längst widerlegten Volksglauben zitieren.
Ein Beispiel in natürlicher, heutiger Sprache in diesem speziellen Kontext könnte lauten: "Unser Thema heute sind anatomische Ammenmärchen. Da gibt es zum Beispiel dieses uralte und recht derbe Sprichwort: 'So wie die Nase eines Mannes, so auch sein Johannes'. Die Wissenschaft hat diesem Vergleich natürlich längst den Boden entzogen, aber es zeigt schön, wie sehr sich Menschen immer schon für vermeintliche äußere Anzeichen interessiert haben."
Für die überwiegende Mehrheit der Menschen, die nach einem passenden Spruch für einen konkreten Zweck suchen, ist dieses Sprichwort jedoch keine empfehlenswerte Wahl.
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