Gott sprach »Es werde Licht!« und es wurde Licht - nur in …

Kategorie: Deutsche Sprichwörter

Gott sprach »Es werde Licht!« und es wurde Licht - nur in Paderborn und Münster, dort blieb es fünster

Autor: unbekannt

Herkunft

Die genaue Herkunft dieses humorvollen Spruches ist nicht zweifelsfrei belegt. Es handelt sich um ein regionales Bonmot, das vermutlich im 20. Jahrhundert im nordrhein-westfälischen oder niedersächsischen Raum entstanden ist. Der Kontext ist stets der scherzhafte Vergleich zweier benachbarter Städte, hier Paderborn und Münster, die im übertragenen Sinne "im Dunkeln" bleiben, während andernorts Fortschritt oder Erleuchtung ("Licht") Einzug hält. Die Pointe basiert auf der biblischen Schöpfungsgeschichte (Genesis 1,3), die hier parodiert wird, um lokale Rivalitäten oder vermeintliche Rückständigkeit auf die Schippe zu nehmen. Da eine hundertprozentige Sicherheit über den Erstgebrauch nicht gegeben ist, wird dieser Punkt hier weggelassen.

Bedeutungsanalyse

Wörtlich nimmt der Spruch die biblische Erzählung von der Erschaffung des Lichts und überträgt sie ins Lokale mit einer überraschenden Wendung: Ausgerechnet in Paderborn und Münster soll es dunkel geblieben sein. Übertragen bedeutet dies, dass man diesen Orten einen Mangel an Fortschritt, Aufklärung, modernem Denken oder schlichtweg "Durchblick" unterstellt. Die vermeintliche Lebensregel ist eine ironische Warnung vor Provinzialität oder geistiger Trägheit. Ein typisches Missverständnis wäre, den Spruch als ernsthafte theologische Aussage oder historische Tatsache zu lesen. In Wahrheit ist er eine freundschaftlich-spöttische Neckerei, die oft im Rahmen einer regionalen Identität und der damit verbundenen Rivalitäten funktioniert. Man könnte es als eine Art verbalen "Stichelei" zwischen Nachbarstädten interpretieren.

Relevanz heute

Das Sprichwort ist heute nach wie vor lebendig, allerdings fast ausschließlich in einem sehr spezifischen Kontext: dem humorvollen Wortgefecht zwischen Einwohnern benachbarter Städte oder Regionen. Sie finden es in geselliger Runde, auf Karnevalsveranstaltungen in der Region, in lokalen Facebook-Gruppen oder in Kolumnen von Regionalzeitungen. Die Brücke zur Gegenwart schlägt sich in der universellen menschlichen Freude am lokalen Patriotismus und dem damit einhergehenden freundschaftlichen Lästern über die Nachbarn. Solange es regionale Rivalitäten gibt, wird auch dieser Spruch seine Berechtigung haben. Allerdings ist seine Verwendung stark auf Personen beschränkt, die mit der geografischen und kulturellen Dynamik zwischen Städten wie Paderborn und Münster vertraut sind.

Wahrheitsgehalt / Wissenschaftlicher Check

Ein wissenschaftlicher Check im eigentlichen Sinne ist bei diesem offensichtlichen Scherz nicht angebracht. Der Anspruch auf Allgemeingültigkeit wird hier gar nicht erst erhoben, sondern bewusst durch die absurde Übertragung einer biblischen Erzählung auf zwei westfälische Städte ad absurdum geführt. Moderne Erkenntnisse der Meteorologie oder Geschichtswissenschaft können und sollen den Spruch nicht widerlegen, da er keinen faktischen Wahrheitsanspruch stellt. Sein "Wahrheitsgehalt" liegt einzig in seiner Funktion als soziales Bindemittel und Ventil für lokale Rivalitäten. Man könnte höchstens feststellen, dass sowohl Paderborn als auch Münster über eine ausgezeichnete Straßenbeleuchtung und eine lange Tradition als Zentren der Bildung (mit Universitäten und Hochschulen) verfügen, was den Witz umso deutlicher macht.

Praktische Verwendbarkeit / Anwendungsbeispiele

Dieses Sprichwort ist ideal für lockere, gesellige Anlässe. Verwenden Sie es in einem zwanglosen Gespräch unter Freunden, bei einem Vereinsfest oder in einer humorvollen Rede auf einer regionalen Feier. Es eignet sich perfekt, um eine kleine, freundschaftliche Spitze gegen Gäste aus den genannten Städten zu setzen oder die eigene regionale Verbundenheit scherzhaft zu unterstreichen. Ungeeignet ist es dagegen für formelle Reden, Trauerfeiern oder ernsthafte Diskussionen, da es dort als salopp, respektlos oder einfach unpassend empfunden werden könnte. Die Kunst liegt darin, den scherzhaften Ton deutlich zu machen.

Ein Beispiel für eine gelungene Verwendung in natürlicher Sprache wäre: "Also, den neuen Digitalisierungsplan finde ich echt erhellend. Das ist ja fast so, als hätte jemand gesagt 'Es werde Licht!'... na, jedenfalls überall außerhalb von Paderborn und Münster, wie man so schön sagt." Ein anderes Beispiel: Bei der Planung eines gemeinsamen Projekts: "Wir sollten uns da mal richtig abstimmen, sonst heißt es am Ende wieder: 'Und es ward Licht – nur nicht in Paderborn und Münster.' Lasst uns verhindern, dass dieser Spruch wahr wird!"

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