Franz Kafka Zitate

Wer war Franz Kafka?

Franz Kafka wurde am 3. Juli 1883 in Prag geboren und starb am 3. Juni 1924 in einem Sanatorium bei Wien, gerade 40 Jahre alt. Er veröffentlichte zu Lebzeiten nur wenige schmale Texte, hielt den größten Teil seines Werkes für unfertig oder misslungen und hinterließ seinem besten Freund die Anweisung, alles zu verbrennen. Sein bester Freund tat es nicht. Daraus wurde Weltliteratur.

Kafka gehört zu den wenigen Schriftstellern, die so tief in die Sprache der Moderne eingegangen sind, dass ihr Name zu einem Adjektiv wurde. Kafkaesk: undurchschaubar, bürokratisch absurd, bedrohlich ohne erkennbaren Grund, schuldig ohne erkennbares Vergehen. Kaum ein anderer Schriftsteller hat die Literatur und unser Denken so nachhaltig verändert wie Franz Kafka. Und das, obwohl er selbst niemals glaubte, etwas Bleibendes geschrieben zu haben. Diese Diskrepanz zwischen Selbsteinschätzung und tatsächlicher Wirkung ist vielleicht das Kafkaeskeste an seinem ganzen Leben.

Prag, drei Sprachen und ein Vater wie ein Richter

Kafka wuchs in Prag auf, einer Stadt, in der sich drei Kulturen überlagerten: die tschechische Mehrheitsbevölkerung, die deutschsprachige Minderheit und die jüdische Gemeinschaft, die wiederum in sich gespalten war zwischen Assimilation und Tradition. Kafka gehörte zur deutschsprachigen jüdischen Minderheit, schrieb auf Deutsch, lebte in einer tschechischen Stadt und rang zeitlebens mit seiner jüdischen Identität, ohne jemals einen festen Ort in einer dieser drei Welten zu finden. Kafka rang sein Leben lang mit seiner jüdischen Herkunft, den Spannungen zwischen Assimilation und Identitätssuche. Dieses Heimatlosigkeit zwischen den Kulturen ist der Hintergrund, vor dem seine Figuren verstanden werden wollen: Menschen ohne sicheren Boden unter den Füßen, die sich in Systemen bewegen, die sie nicht verstehen und die sie nicht verstehen.

Der Vater, Hermann Kafka, war das alles überragende Gravitationszentrum seines Lebens. Selbst feinfühlig, zurückhaltend, ja scheu und nachdenklich, beschreibt Franz Kafka seinen Vater als durch und durch lebenstüchtige und zupackende, aber eben auch grobe, polternde, selbstgerechte und despotische Kaufmannsnatur. Hermann hatte sich aus ärmsten Verhältnissen hochgearbeitet und verstand nicht, was sein sensibler, schreibender Sohn eigentlich wollte. Er verstand es nicht, und er hörte auch nicht auf, ihn dafür zu beschämen. Diese Dynamik prägte Kafka so grundlegend, dass man sein gesamtes Werk als eine einzige lange Antwort auf seinen Vater lesen kann, eine Antwort auf Englisch, Deutsch oder Tschechisch, je nachdem, wer Kafka liest.

Der Schriftsteller im Büro: Ein doppeltes Leben

Kafka studierte Jura, weil sein Vater es wollte, und arbeitete anschließend als Beamter bei der Arbeiter-Unfall-Versicherungsanstalt für das Königreich Böhmen in Prag. Das klingt wie eine Fußnote. Es war in Wirklichkeit das Gerüst seines Lebens. In der Familie wird deutsch gesprochen, mit Bediensteten aber zumeist tschechisch. Im Büro sprach er Tschechisch und Deutsch, schrieb Berichte über Arbeitssicherheit und Unfallverhütung, und galt als außergewöhnlich kompetenter und gewissenhafter Mitarbeiter. Er wurde befördert. Er hasste es.

Das Schreiben zwängte er in die Abendstunden, oft von elf Uhr nachts bis zwei oder drei Uhr morgens, bevor er am nächsten Morgen wieder ins Büro musste. Dieser Rhythmus war kein freiwillig gewählter Lebensstil, sondern eine Art Überlebensstrategie. Das Büro fraß die Tage, die Nächte gehörten der Literatur. In seinen Tagebüchern beschreibt Kafka diesen Zustand immer wieder als Zerreißprobe, als Leben zwischen zwei unvereinbaren Welten, die ihn beide verlangten und beide erschöpften. Aus genau dieser Erschöpfung und Zerrissenheit sprach sein Werk: Figuren, die funktionieren müssen, ohne zu verstehen warum, Systeme, die laufen, ohne jemandem zu nützen.

Dabei war Kafka kein schlechter Beamter, der heimlich Romane schrieb. Er war ein sehr guter Beamter, der das Schreiben brauchte wie Luft. Durch seine exzellenten Berichte machte er Karriere. Sein Chef schätzte ihn. Und Kafka wäre lieber arm und frei gewesen, als sicher und gebunden. Diese Spannung hat er nie aufgelöst.

Der Brief, der nie ankam

Im November 1919 verfasste Kafka einen Brief an seinen Vater, der zu den bemerkenswertesten Dokumenten der deutschen Literatur gehört und der gleichzeitig nie seinen Adressaten erreichte. Er umfasste über hundert handgeschriebene Seiten und versuchte, in aller Klarheit und ohne Anklage zu beschreiben, was zwischen Vater und Sohn über Jahrzehnte entstanden war. In dem 1919 entstandenen berühmten Brief an den Vater analysiert Kafka anhand einer Schilderung seiner inneren Biografie die Beziehung Hermann Kafkas zu seinen Kindern und sucht sein eigenes Verhalten vor dem Vater zu rechtfertigen, wobei er als wichtigste Ursache für die ungünstige Lebenslinie die Erziehung nennt, durch die seine persönliche Eigenart schon im Ansatz zerstört worden sei.

Die Mutter, Julie Kafka, erhielt den Brief mit dem Auftrag, ihn dem Vater zu übergeben. Sie tat es nicht. Sie gab ihn Franz zurück. Vielleicht schützte sie den Vater, vielleicht den Sohn, vielleicht sich selbst. Der Brief wurde zu Kafkas Lebzeiten nie gelesen von dem, für den er bestimmt war. Er erschien erst 1952 im Druck, fast dreißig Jahre nach Kafkas Tod. Dieser Brief, der keine Adresse fand, ist in seiner vergeblichen Deutlichkeit so kafkaesk wie jede Geschichte, die Kafka je schrieb.

Fünf Verlobungen, keine Ehe: Die Unmöglichkeit der Bindung

Franz Kafka verlobte sich fünfmal und heiratete nie. Mit Felice Bauer, einer Berliner Angestellten, verlobte er sich zweimal und löste beide Verlobungen wieder auf. Er schrieb ihr über fünf Jahre lang Hunderte von Briefen, manchmal täglich, manchmal mehrfach am Tag. Diese Briefe sind Liebesbriefe und gleichzeitig Dokumente einer Angst, die jede Nähe zunichte machte, kaum dass sie entstand. Kafka blieb bis zum Ende seines Lebens unverheiratet, obwohl die Ehe einen hohen Stellenwert für ihn hatte. Sein Verlangen nach Bindung war gepaart mit einer Bindungsangst, durch die alle seine Beziehungen in die Brüche gingen.

Er wusste das selbst und schrieb darüber mit einer Schonungslosigkeit, die man kaum glauben mag. Er beschrieb sich selbst als jemanden, der das Schreiben braucht wie Wasser und der gleichzeitig weiß, dass das Schreiben und das Zusammenleben mit einem anderen Menschen sich gegenseitig ausschließen. Eine Familie würde das Schreiben gefährden. Das Schreiben würde die Familie gefährden. Er entschied sich, allein zu bleiben, und litt darunter sein ganzes Leben. Milena Jesenská, die Journalistin und Übersetzerin, mit der er in den frühen 1920er Jahren eine intensive Briefbeziehung unterhielt, schrieb nach seinem Tod einen der eindrücklichsten Nachrufe der Literaturgeschichte. Sie kannte ihn wie kaum jemand sonst, obwohl sie ihn nur wenige Male persönlich gesehen hatte.

Eine Nacht im September 1912: Der Durchbruch

In der Nacht vom 22. auf den 23. September 1912 schrieb Kafka die Erzählung „Das Urteil" in einem einzigen Zug, von abends zehn Uhr bis morgens sechs Uhr früh. Acht Stunden, eine Geschichte, und als er fertig war, wusste er, dass er etwas gefunden hatte, das er vorher nicht hatte. Er schrieb in sein Tagebuch, er habe geweint, als er die letzten Zeilen schrieb, nicht aus Trauer, sondern aus der Erschütterung dessen, der plötzlich versteht, wozu er fähig ist.

Mit der Niederschrift des Urteils gelang Kafka der Durchbruch zu jener kafkaesken Darstellungsart, die seinen späteren Weltruhm begründet. Was er in dieser Nacht fand, war nicht nur ein Stil. Es war eine Methode: die traumhafte Logik, bei der alles einen inneren Zusammenhang hat und keiner äußeren Erklärung bedarf. Ein Vater verurteilt seinen Sohn zum Tod durch Ertrinken. Der Sohn geht und springt von einer Brücke. Warum? Weil die innere Welt der Geschichte es so verlangt, nicht weil es äußerlich sinnvoll wäre. Aus derselben Energie heraus entstand wenige Wochen später „Die Verwandlung", die Geschichte von Gregor Samsa, der eines Morgens als riesiges Ungeziefer erwacht. Auch hier: keine Erklärung, nur die Konsequenz, mit der eine unmögliche Prämisse durchgespielt wird.

Was „kafkaesk" wirklich bedeutet

Das Adjektiv kafkaesk wird heute vor allem für bürokratische Absurdität verwendet: ellenlange Formulare, unzuständige Behörden, Schlangen vor Schaltern, die dann geschlossen sind. Das ist nicht falsch, aber es ist nur ein kleiner Teil dessen, was der Begriff eigentlich beschreibt. Kafkas Grundthema ist der ausweglose Kampf des Individuums gegen verborgene, doch allgegenwärtige anonyme Mächte, die sich ihm entgegenstellen. Er ist ein Dichter klarer, präziser Beschreibung, der mit banaler Wirklichkeit eine Atmosphäre des Traumhaften, Geheimnisvoll-Hintergründigen, Grotesken und Visionär-Phantastischen gestaltet.

Kafkaesk ist die Situation, in der jemand schuldig gesprochen wird, ohne je zu erfahren, wessen er beschuldigt wird. Kafkaesk ist das Schloss, das man nicht betreten kann, obwohl man weiß, dass dort die Entscheidungen fallen. Kafkaesk ist das Gefühl, dass das System nicht böse ist, sondern einfach gleichgültig, und dass diese Gleichgültigkeit schlimmer ist als jede Feindseligkeit. Kafka beschrieb diese Zustände, weil er sie kannte. Nicht nur von außen, nicht nur aus Beobachtungen, sondern von innen, aus einem Leben, das sich oft genauso anfühlte: gefangen zwischen Erwartungen, die sich widersprechen, und Entscheidungen, die sich nicht treffen lassen.

Philosophen wie Theodor W. Adorno, Hannah Arendt und Jean-Paul Sartre erkannten in Kafkas Werken Vorausahnungen moderner Entfremdungs- und Ohnmachtsgefühle. Sartre und Camus lasen Kafka als Vorläufer des Existenzialismus. Das ist berechtigt, greift aber zu kurz. Kafka ist keiner Schule zuzuordnen, keiner Epoche, keiner Strömung. Das ist nicht sein Manko. Das ist seine Stärke.

Mit Dora in Berlin: Das einzige glückliche Jahr

Im Sommer 1923 lernte Kafka in einem Ferienlager an der Ostsee die 25-jährige Dora Diamant kennen. Kafka beginnt in Berlin mit der 25-jährigen Dora Diamant ein gemeinsames Leben. Er beschäftigt sich mit hebräischer Literatur und hört Vorlesungen an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums. Es war das erste und einzige Mal in seinem Leben, dass er mit einer Frau zusammenzog. Er war 40 Jahre alt und todkrank. Die Tuberkulose, die 1917 bei ihm festgestellt worden war, hatte sich inzwischen auf den Kehlkopf ausgedehnt. Er konnte kaum noch schlucken und bald kaum noch sprechen.

Und trotzdem beschrieb Kafka diese letzten Monate in Berlin als die glücklichsten seines Lebens. Dora Diamant pflegte ihn, las ihm vor, lebte mit ihm in einer einfachen Wohnung in einem von Inflation und politischen Unruhen erschütterten Berlin, und er schrieb noch, solange er konnte. In dieser Zeit entstehen die Erzählung Eine kleine Frau und das ebenfalls autobiografische Erzählfragment Der Bau. Sein letztes vollendetes Werk, „Josefine, die Sängerin, oder Das Volk der Mäuse", gilt als sein persönlichstes: die Geschichte einer Künstlerin, die möglicherweise gar keine besondere Begabung hat und die trotzdem von ihrem Volk geliebt und gebraucht wird. Ob ein Künstler wirklich gut sein muss, um zu zählen: das war eine Frage, die Kafka bis zum letzten Atemzug beschäftigte.

„Verbrennt alles": Der Befehl, den Max Brod ignorierte

Kafka hinterließ Max Brod, seinem engsten Freund und Nachlassverwalter, eine klare schriftliche Anweisung: Obwohl Kafka verfügt hat, seine literarische Hinterlassenschaft restlos und ungelesen zu verbrennen, veröffentlicht Brod postum den Roman Der Prozeß und in den kommenden Jahren das Schloß, Amerika sowie weitere Fragmente, Briefe und die Tagebücher seines Freundes. Er tat es mit dem Hinweis, er habe Kafka schon zu Lebzeiten gesagt, dass er diesen Wunsch im Todesfall nicht erfüllen werde. Ob Kafka es deshalb trotzdem aufschrieb, weil er wusste, dass Brod es nicht tun würde, oder ob er es ernst meinte und darauf vertraute, dass sein Freund ihn überstimmen würde: Das ist eine der interessantesten offenen Fragen der Literaturgeschichte.

Was Brod rettete, sind die Texte, ohne die das 20. Jahrhundert nicht dasselbe wäre. „Der Prozess", „Das Schloss", „Amerika": unvollendete Romane, die in ihrer Unvollständigkeit vollständiger wirken als viele abgeschlossene Werke anderer Autoren. Kafkas Werke haben erst nach 1945 weltweites Interesse gefunden. Er erlebte nichts davon. Er starb in dem Glauben, ein gescheiterter Schriftsteller zu sein, dessen wenige veröffentlichte Texte kaum jemanden interessiert hatten. Dieser Irrtum ist von einer Tragik, die vollkommen zu ihm passt.

Warum Kafka heute so präzise wie nie zuvor trifft

Es gibt Bücher, die man liest und denkt: Das war früher. Und Bücher, bei denen man denkt: Das ist jetzt. Kafka gehört zur zweiten Kategorie, mit wachsender Dringlichkeit. In einer Zeit, in der Algorithmen Entscheidungen treffen, deren Logik für Betroffene undurchschaubar bleibt, in der Datenschutzbehörden und Ausländerämter und Krankenversicherungen mit einer Komplexität operieren, die den Einzelnen systematisch überfordert, in der das Gefühl verbreitet ist, Teil eines Systems zu sein, das niemand wirklich steuert: In dieser Zeit liest man Kafka anders als vor zwanzig Jahren.

Seine Werke beschreiben keine historische Realität. Sie beschreiben eine Erfahrungsstruktur, die modern ist, weil sie menschlich ist. Kafkas Leben war ein Leben zwischen Anpassung und Widerstand, zwischen Existenzangst und literarischer Schöpfung. Diese Spannung ist nicht veraltet. Sie ist die Spannung, in der Millionen von Menschen täglich leben, ohne ihr einen Namen geben zu können. Kafka hat ihr einen gegeben. Das ist sein bleibendes Geschenk, das er selbst nie als solches erkannte.

Wenn Sie die Zitate auf dieser Seite lesen, begegnen Sie keinem weltfremden Grübler. Sie begegnen einem Mann, der morgens ins Büro ging, abends schrieb, sich nach Nähe sehnte und sie gleichzeitig fürchtete, der Prag liebte und nie wirklich aus ihr herausfand, der sein gesamtes Werk vernichtet sehen wollte und der trotzdem nie aufgehört hat, es zu schreiben. Das ist kein Widerspruch. Das ist Franz Kafka. Und genau deshalb liest man ihn noch.

Zitate von Franz Kafka

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Die Liebe ist so unproblematisch, wie ein Fahrzeug. Problematisch sind nur die Lenker, die Fahrgäste und die Strasse.

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Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.

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Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.

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Alles Reden ist sinnlos, wenn das Vertrauen fehlt.

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Der Mensch kann nicht leben ohne ein dauerndes Vertrauen zu etwas Unzerstörbarem in sich, wobei sowohl das Unzerstörbare als auch das Vertrauen ihm dauernd verborgen bleiben können. Eine der Ausdrucksmöglichkeiten dieses Verborgenbleibens ist der Glaube an einen persönlichen Gott.

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Im Kampf zwischen dir und der Welt, stelle dich immer auf die Seite der Welt.

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Wir brauchen Bücher, die auf uns wirken wie ein Unglück, das uns sehr schmerzt, wie der Tod eines, den wir lieber hatten als uns, wie wenn wir in die Wälder verstoßen würden, von allen Menschen weg, ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.

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Verlassen sind wir doch wie verirrte Kinder im Walde. Wenn Du vor mir stehst und mich ansiehst, was weißt Du von den Schmerzen, die in mir sind und was weiß ich von den Deinen. Und wenn ich mich vor Dir niederwerfen würde und weinen und erzählen, was wüßtest Du von mir mehr als von der Hölle, wenn Dir jemand erzählt, sie ist heiß und fürchterlich. Schon darum sollten wir Menschen vor einander so ehrfürchtig, so nachdenklich, so liebend stehn wie vor dem Eingang zur Hölle.

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Der wahre Weg geht über ein Seil, das nicht in der Höhe gespannt ist, sondern knapp über dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen, als begangen zu werden.

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Der Tod ist vor uns, etwa wie im Schulzimmer an der Wand ein Bild der Alexanderschlacht. Es kommt darauf an, durch unsere Taten noch in diesem Leben das Bild zu verdunkeln oder gar auszulöschen.

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Es gibt ein Ziel, aber keinen Weg; was wir Weg nennen, ist Zögern.

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Wenn man einmal das Böse bei sich aufgenommen hat, verlangt es nicht mehr, daß man ihm glaube.

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Von einem gewissen Punkt an gibt es keine Rückkehr mehr. Dieser Punkt ist zu erreichen.

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An Fortschritt glauben heißt nicht glauben, daß ein Fortschritt schon geschehen ist. Das wäre kein Glauben.

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Wer innerhalb der Welt seinen Nächsten liebt, tut nicht mehr und nicht weniger Unrecht als wer innerhalb der Welt sich selbst liebt. Es bliebe nur die Frage, ob das erstere möglich ist.

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Prüfe dich an der Menschheit. Den Zweifelnden macht sie zweifeln, den Glaubenden glauben.

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Ich glaube, man sollte überhaupt nur solche Bücher lesen, die einen beißen und stechen.

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Je länger man vor der Tür zögert, desto fremder wird man.

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Liebe ist, daß du mir das Messer bist, mit dem ich in mir wühle.

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Verbringe die Zeit nicht mit der Suche nach einem Hindernis. Vielleicht ist keines da.

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Ich muß viel allein sein. Was ich geleistet habe, ist nur ein Erfolg des Alleinseins.

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Ein erstes Zeichen beginnender Erkenntnis ist der Wunsch zu sterben. Dieses Leben scheint unerträglich, ein anderes unerreichbar. Man schämt sich nicht mehr, sterben zu wollen; man bittet, aus der alten Zelle, die man haßt, in eine neue gebracht zu werden, die man erst hassen lernen wird. Ein Rest von Glauben wirkt dabei mit, während des Transportes werde zufällig der Herr durch den Gang kommen, den Gefangenen ansehen und sagen: "Diesen sollt ihr nicht wieder einsperren. Er kommt zu mir!"

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Die Demut gibt jedem, auch dem einsam Verzweifelnden, das stärkste Verhältnis zum Mitmenschen, und zwar sofort, allerdings nur bei völliger und dauernder Demut.

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Das Glück begreifen, daß der Boden, auf dem du stehst, nicht größer sein kann, als die zwei Füße ihn bedecken.

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Der entscheidende Augenblick der menschlichen Entwicklung ist immerwährend. Darum sind die revolutionären geistigen Bewegungen, welche alles Frühere für nichtig erklären, im Recht, denn es ist noch nichts geschehen.

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Ich glaube, man sollte überhaupt nur solche Bücher lesen, die einen beißen und stechen. Wenn das Buch, das wir lesen, uns nicht mit einem Faustschlag auf den Schädel weckt, wozu lesen wir dann das Buch?

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Es ist sehr gut denkbar, daß die Herrlichkeit des Lebens um jeden und immer in ihrer ganzen Fülle bereitliegt, aber verhängt, in der Tiefe unsichtbar, sehr weit. Aber sie liegt dort, nicht feindselig, nicht widerwillig, nicht taub. Ruft man sie mit dem richtigen Wort, beim richtigen Namen, dann kommt sie.

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Was ist Liebe? Das ist doch ganz einfach! Liebe ist alles, was unser Leben steigert, erweitert, bereichert. Nach allen Höhen und Tiefen. Die Liebe ist so unproblematisch wie ein Fahrzeug. Problematisch sind nur Lenker, die Fahrgäste und die Straße.

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Du kannst dich zurückhalten von den Leiden der Welt, das ist dir freigestellt und entspricht deiner Natur, aber vielleicht ist gerade dieses Zurückhalten das einzige Leid, das du vermeiden könntest.

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Manchmal scheint es mir, Gehirn und Lunge hätten sich ohne mein Wissen verständigt. "So geht es nicht weiter" hat das Gehirn gesagt und nach fünf Jahren hat sich die Lunge bereit erklärt, zu helfen.

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Ich bin zu der Meinung gekommen, daß die Tuberkulose, so wie ich sie habe, keine besondere Krankheit, keine eines besonderen Namens werte Krankheit ist, sondern nur eine ihrer Bedeutung nach vorläufig nicht einzuschätzende Verstärkung des allgemeinen Todeskeims.

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Goethe hält durch die Macht seiner Werke die Entwicklung der deutschen Sprache wahrscheinlich zurück.

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Der Gedanke, einmal in seiner Größe gefasst, kann nicht mehr verschwinden. Solange es Menschen gibt, wird auch der starke Wunsch da sein, den Turm zu Ende zu bauen.

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Ich bin unpünktlich, weil ich die Schmerzen des Wartens nicht fühle. Ich warte wie ein Rind.

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Die Schrift ist unveränderlich und die Meinungen sind oft nur ein Ausdruck der Verzweiflung darüber.

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Ich schreibe anders als ich rede, ich rede anders als ich denke, ich denke anders als ich denken soll und so geht es weiter bis ins tiefste Dunkel.

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"Ach",sagte die Maus,"die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, daß ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, daß ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, daß ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe." "Du mußt nur die Laufrichtung ändern", sagte die Katze und fraß sie"

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Das Gericht will nichts von Dir. Es nimmt Dich auf wenn Du kommst und es entläßt Dich wenn du gehst.

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Der Weg ist unendlich, da ist nichts abzuziehen, nichts zuzugeben und doch hält jeder noch seine eigene kindliche Elle daran.

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Geiz ist ja eines der verläßlichsten Anzeichen tiefen Unglücklichseins.

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Nichtstun ist eine der größten und verhältnismäßig leicht zu beseitigenden Dummheiten.

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Es gibt zwei menschliche Hauptsünden, aus welchen sich alle andern ableiten: Ungeduld und Lässigkeit. Wegen der Ungeduld sind sie aus dem Paradiese vertrieben worden, wegen der Lässigkeit kehren sie nicht zurück. Vielleicht aber gibt es nur eine Hauptsünde: die Ungeduld. Wegen der Ungeduld sind sie vertrieben worden, wegen der Ungeduld kehren sie nicht zurück.

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Das entscheidend Charakteristische dieser Welt ist ihre Vergänglichkeit.

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Laß doch die Zukunft noch schlafen, wie sie es verdient. Wenn man sie nämlich vorzeitig weckt, bekommt man eine verschlafene Gegenwart.

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Die Fessel der gequälten Menschheit sind aus Kanzleipapier.

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Menschen werden schlecht und schuldig, weil sie reden und handeln, ohne die Folgen ihrer Worte und Taten vorauszusehen.

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Die verbitterten Gesichtszüge eines Mannes sind oft nur die festgefrorene Verwirrung eines Knaben.

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Der Freund ist die Verbindung zwischen Vater und Sohn, er ist ihre größte Gemeinsamkeit.

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Die Logik ist zwar unerschütterlich, aber einem Menschen, der leben will, widersteht sie nicht

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Die Eltern, die Dankbarkeit von ihren Kindern erwarten (es gibt sogar solche, die sie fordern), sind wie Wucherer, sie riskieren gern das Kapital, wenn sie nur genug Zinsen bekommen.

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