Arthur Schopenhauer Zitate

Wer war Arthur Schopenhauer?

Arthur Schopenhauer wurde am 22. Februar 1788 in Danzig geboren, als Sohn eines wohlhabenden Großkaufmanns und einer Frau, die später als Schriftstellerin bekannt werden sollte. Er starb am 21. September 1860 in Frankfurt am Main, nach einem Leben voller Verbitterung, Einsamkeit und schließlich, ganz am Ende, einem Ruhm, der so spät kam, dass er ihn kaum noch fassen konnte. Dazwischen liegt eine Biografie, die so widersprüchlich, so eigenwillig und so aufschlussreich für sein Denken ist, dass man sie kennen muss, um seine Worte wirklich zu verstehen.

Schopenhauer gilt heute als einer der bedeutendsten deutschen Philosophen und als Begründer des philosophischen Pessimismus. Das klingt trocken und abweisend, dabei ist sein Werk von einer Lebendigkeit, einem Witz und einer Sprache, die unter Philosophen ihresgleichen sucht. Er war ein tiefgehender und universeller Denker mit einem einzigartigen Sinn für Humor, der sich am Rande der akademischen Kreise bewegte. Wer ihn nur als den Philosophen des Leidens kennt, kennt nur die Hälfte.

Kaufmann oder Philosoph: Ein Vater entscheidet

Der Vater Heinrich Floris Schopenhauer hatte klare Pläne für seinen Sohn: Das Handelsgeschäft sollte er übernehmen, die Kaufmannstradition der Familie fortführen, solide und verlässlich durch das Leben gehen. Um den Jungen auf diese Zukunft vorzubereiten, schickte er ihn für zwei Jahre nach Le Havre, zu einer befreundeten Kaufmannsfamilie, damit er Französisch lernte. Dann folgten Reisen durch Europa, ebenfalls als Investition in den künftigen Geschäftsmann. Arthur schrieb während dieser Reisen Tagebücher, und wer sie liest, erkennt sofort: Dieser Junge denkt nicht in Handelsrouten und Warenpreisen. Er denkt über das Leiden in der Welt nach, über Schönheit, über den Sinn menschlicher Existenz.

Als der Vater 1805 starb, vermutlich durch Suizid nach einem Sturz aus dem Hamburger Speicher, war Arthur siebzehn Jahre alt. Die Kaufmannslehre, die er auf ausdrücklichen Wunsch des Vaters angetreten hatte, brach er zwei Jahre später ab. Mit dem Erbe seines Vaters, das er sorgfältig verwaltete und von dem er bis zu seinem Tod lebte, erkaufte er sich die Freiheit zu denken, die er für sein gesamtes Leben benötigte. Diese finanzielle Unabhängigkeit war keine Bequemlichkeit. Sie war die Grundbedingung dafür, dass sein Werk überhaupt entstehen konnte.

Eine Mutter, die ihren Sohn nicht sehen wollte

Das Verhältnis zwischen Arthur Schopenhauer und seiner Mutter Johanna ist eines der bemerkenswertesten Mutter-Sohn-Dramen der Geistesgeschichte. Johanna war eine kluge, gesellige und ehrgeizige Frau, die nach dem Tod ihres Mannes nach Weimar zog, dort einen literarischen Salon eröffnete und Goethe zu ihren Gästen zählte. Sie wurde selbst Schriftstellerin mit beachtlichem Erfolg, und genau das war das Problem: Sie sah in ihrem Sohn keine Bereicherung, sondern einen Störenfried.

Zwischen ihm und seiner Mutter, einer reichbegabten, aber kalten, gegen den Sohn lieblosen Frau, die ihm einmal geschrieben hatte, es sei zu ihrem Glücke notwendig zu wissen, dass er glücklich sei, aber nicht ein Zeuge davon zu sein, trat bald gänzliche Entfremdung ein. Dieser Satz aus einem Brief der Mutter an den Sohn gehört zu den grausamsten Dokumenten der Philosophiegeschichte. Johanna Schopenhauer warf Arthur schließlich buchstäblich aus dem Haus, nach einem letzten heftigen Streit, und die beiden sahen sich danach nie wieder. Arthur schrieb ihr noch gelegentlich, sie antwortete kaum. Sie starb 1838, er erfuhr davon aus einem Brief.

Wer Schopenhauers Skepsis gegenüber romantischen Beziehungen, sein Misstrauen gegenüber menschlicher Wärme und seine Überzeugung versteht, dass jeder Mensch im Grunde allein ist, sollte diese Geschichte im Hinterkopf behalten. Philosophien entstehen nicht im Nichts.

Das Hauptwerk, das niemand kaufte

1818, mit dreißig Jahren, vollendete Schopenhauer in Dresden sein Hauptwerk: „Die Welt als Wille und Vorstellung". Er war überzeugt, etwas Bleibendes geschrieben zu haben, einen Gedanken, der die Philosophie nach Kant entscheidend weiterführte. Der Verleger druckte das Buch. Und dann passierte fast nichts. Die erste Auflage verkaufte sich so schlecht, dass ein Großteil der Exemplare eingestampft wurde. Die akademische Philosophie ignorierte das Werk vollständig. Schopenhauer war tief getroffen, erholte sich äußerlich, aber dieser frühe Misserfolg fraß sich in ihn hinein und nährte einen Groll, der sein Leben lang nicht erlosch.

Er unternahm eine längere Reise nach Italien, kehrte zurück und habilitierte sich 1820 an der Berliner Universität als Privatdozent. Was folgte, war eine akademische Demütigung, die er sich selbst bereitete: Er legte seine Vorlesungen bewusst auf dieselbe Stunde wie die des damals berühmtesten deutschen Philosophen, Georg Wilhelm Friedrich Hegel. Dort stand er in großer Konkurrenz zu Hegel, der ebenfalls zu dieser Zeit in Berlin lehrte. Hegels Hörsaal war voll. Schopenhauers Hörsaal war leer. Nach nur einem einzigen Semester gab er die Lehrtätigkeit auf, verbittert und entschlossen, Hegel für den Rest seines Lebens zu bekämpfen.

Hegel, die Universitätsphilosophen und ein lebenslanger Feldzug

Die Feindschaft gegenüber Hegel, Fichte und Schelling war für Schopenhauer kein gelegentliches Stirnrunzeln. Sie war ein Lebensprojekt. Er bezeichnete Hegels Philosophie als absichtliches Kauderwelsch, als hohles Gebläse ohne echten Gedankeninhalt, und zog über die gesamte akademische Zunft her, die er für feige, käuflich und intellektuell verlogen hielt. Diese Angriffe waren manchmal brilliant formuliert, manchmal schlicht beleidigend, immer aber aus einer echten Überzeugung gespeist: dass die Universitätsphilosophen seiner Zeit dem Staat dienten, nicht der Wahrheit.

Was dabei leicht übersehen wird: Schopenhauer hatte in Teilen recht. Die sprachliche Dunkelheit mancher Hegel-Texte ist bis heute ein echtes Problem für Leserinnen und Leser. Und seine Diagnose, dass institutionelle Philosophie dazu neigt, bequem statt ehrlich zu sein, hat eine Aktualität, die über seinen persönlichen Groll weit hinausgeht. Sein Furor war nicht nur Eitelkeit. Er war auch Überzeugung.

Die Welt als Wille und Vorstellung: Was Schopenhauer wirklich meinte

Der Kern von Schopenhauers Philosophie lässt sich in einem Gedanken zusammenfassen, den er selbst als seinen „einen Gedanken" bezeichnete: Die Welt, wie wir sie erleben, ist Vorstellung, das heißt, sie existiert nur als Bild in unserem Bewusstsein. Hinter dieser Oberfläche liegt eine einzige, blinde, ziellose Kraft, die er Wille nannte. Nicht Vernunft, nicht Gott, nicht Fortschritt, sondern ein dumpfes, unersättliches Streben, das alle Lebewesen antreibt und das niemals zur Ruhe kommt.

Daraus folgt für Schopenhauer das Leiden. Wer will, leidet, weil jeder Wunsch nach seiner Erfüllung durch einen neuen ersetzt wird. Das Leben schwingt wie ein Pendel von rechts nach links, vom Leiden zur Langeweile , schrieb er. Dazwischen gibt es kurze Momente der Befriedigung, aber keinen dauerhaften Frieden. Diese Diagnose klingt trostlos. Schopenhauer bot aber auch Auswege: die Kunst, die den Menschen vorübergehend aus dem Willen befreit, das Mitleid als einzige echte moralische Grundlage, und schließlich die Askese, die vollständige Verneinung des Willens, als radikalsten Weg zur Erlösung.

Was dieses System so wirkungsvoll macht, ist seine Ehrlichkeit. Schopenhauer beschönigt nichts. Er sagt nicht, dass das Leben gut wird, wenn man sich nur genug anstrengt. Er sagt, dass das Leben grundsätzlich mühsam ist, und erklärt, warum. Für viele Menschen war und ist genau das eine Erleichterung: endlich ein Philosoph, der ausspricht, was sie längst ahnen.

Ein Europäer entdeckt den Osten

Schopenhauer war der erste bedeutende westliche Philosoph, der sich systematisch mit östlichem Denken auseinandersetzte und dabei keine folkloristische Neugier zeigte, sondern echtes philosophisches Interesse. Ein Orientalist führte ihn in das indische Altertum ein und legte damit den Grund zu Schopenhauers bleibender Verehrung des Brahmanismus und Buddhismus, die er später als allegorische Darstellungen des Kerns der eigenen Philosophie feierte. Er erkannte, dass die buddhistischen Vorstellungen über das Leiden, die Vergänglichkeit und die Erlösung durch Loslassen zu seinen eigenen Gedanken in einem erstaunlich engen Verhältnis standen.

Das war keine Aneignung im oberflächlichen Sinne. Schopenhauer las die Upanishaden, studierte buddhistische Texte und ließ sich von ihnen in seinem Denken wirklich herausfordern. Auf seinem Schreibtisch standen eine Büste des Kant und eine vergoldete Buddhafigur, Seite an Seite. Für seine Zeit war diese Offenheit gegenüber nicht-europäischen Denksystemen ungewöhnlich und mutig. Er verstand es, abendländisches Denken mit fernöstlichen Weisheiten in Verbindung zu bringen , und legte damit einen Grundstein für den interkulturellen philosophischen Dialog, der erst im 20. Jahrhundert wirklich Fahrt aufnahm.

Der Pudel, Frankfurt und ein später Ruhm

Ab 1833 lebte Schopenhauer dauerhaft in Frankfurt am Main, in einer kleinen Wohnung, mit einem geregelten Tagesablauf: morgens Arbeit am Schreibtisch, dann Flötenspiel, mittags Essen im Gasthaus, nachmittags ein Spaziergang am Mainufer. Er hielt sich zeitlebens einen Pudel, den er häufig mit „Atman" ansprach, dem Sanskrit-Wort für Lebenshauch, in der Tradition der Upanishaden die Essenz des Selbst als Teil der Weltseele. Wenn ein Hund starb, schaffte er sich einen ähnlich aussehenden Pudel an, überzeugt, dass jeder Hund im philosophischen Sinne jeden anderen enthält.

Diese Frankfurter Jahre waren lange Jahre des Wartens. Das Hauptwerk wurde kaum gelesen. Schopenhauer schrieb weiter, schimpfte weiter, und wartete. Dann, 1851, erschienen die „Parerga und Paralipomena", ein zweibändiges Sammelwerk, das unter anderem die berühmten Aphorismen zur Lebensweisheit enthält. Dieses Buch wurde gelesen. Plötzlich schrieben Zeitungen über ihn, Briefe trafen ein, Besucher kamen aus dem Ausland. Tolstoi schrieb über ihn, er sei überzeugt, dass Schopenhauer der genialste aller Menschen sei. Wagner komponierte „Tristan und Isolde" unter dem direkten Einfluss seiner Ästhetik. Nietzsche nannte ihn seinen Erzieher.

Schopenhauer erlebte diesen Ruhm noch selbst, mit über sechzig Jahren, und er genoss ihn sichtlich. Die Verbitterung wich nicht vollständig, aber sie bekam Risse. Er aß mittags gerne gut, pflegte Gespräche mit ausgewählten Bewunderern und schrieb bis kurz vor seinem Tod weiter. Am 21. September 1860 fand ihn seine Haushälterin reglos auf dem Sofa, beim Frühstück gestorben, ohne Anzeichen eines Kampfes.

Warum Schopenhauer heute mehr gelesen wird denn je

Es gibt eine merkwürdige Ironie in Schopenhauers Nachwirkung. Der Mann, der lehrte, dass Ruhm vergänglich ist und Streben ins Leere führt, gehört heute zu den meistzitierten Philosophen überhaupt. Seine Bücher werden aufgelegt, neu übersetzt, in populäre Formate gebracht. In einer Zeit, in der Burnout, Sinnfragen und die Erschöpfung durch dauerndes Wollen und Optimieren in aller Munde sind, klingt Schopenhauers Diagnose erschreckend aktuell.

Dabei sollte man bei seinen Zitaten vorsichtig sein: Ihm werden im Netz zahlreiche Sätze zugeschrieben, die er nie geschrieben hat. Sein Stil war so markant und prägnant, dass Fälschungen leicht als echt durchgehen. Wer seine Worte wirklich kennenlernen will, liest am besten direkt in seinen Texten, vor allem in den Aphorismen zur Lebensweisheit, die auch ohne philosophische Vorkenntnisse zugänglich sind.

Wenn Sie die Zitate auf dieser Seite lesen, begegnen Sie einem Mann, der das Unbehagen des Lebens nicht wegredete, sondern beschrieb, benannte und in ein System brachte, das trotz allem Platz für Schönheit, Mitleid und Würde ließ. Das ist kein Trost im billigen Sinne. Es ist etwas Besseres: Klarheit. Und gelegentlich, zwischen den Zeilen, ein trockener Witz, der beweist, dass man über das Leiden auch lachen kann, wenn man es nur genau genug versteht.

Zitate von Arthur Schopenhauer

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Wir denken selten an das, was wir haben, aber immer an das, was uns fehlt.

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Die Genitalien sind der Resonanzboden des Gehirns.

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Meistens belehrt erst der Verlust uns über den Wert der Dinge.

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Beim Abschiednehmen kommt ein Augenblick, wo man die Trauer so stark vorausfühlt, dass der geliebte Mensch schon nicht mehr bei einem ist.

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Man pflegt die Jugend die glücklichste Zeit des Lebens zu nennen, und das Alter die traurige. Das wäre wahr, wenn die Leidenschaften glücklich machten.

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Ich glaube, dass wenn der Tod unsere Augen schließt, wir in einem Lichte stehen, von welchem unser Sonnenlicht nur der Schatten ist.

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Einige Menschen haben die Gabe Engeln zu begegnen. Andere Menschen haben die Kraft, diese Engel wieder gehen zu lassen. Ihr seid ganz besondere Menschen: Ihr hattet die Gabe und die Kraft und euer Engel bleibt für immer in euren Herzen.

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Hoffnung ist die Verwechselung des Wunsches einer Begebenheit mit ihrer Wahrscheinlichkeit.

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Neun Zehntel unseres Glücks beruhen allein auf der Gesundheit.

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Das Glück gehört denen, die sich selbst genügen. Denn alle äußeren Quellen des Glückes und Genusses sind ihrer Natur nach höchst unsicher, misslich, vergänglich und dem Zufall unterworfen.

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Es gibt eine Grenze, bis zu welcher das Nachdenken vordringen und so weit die Nacht unsers Daseins erhellen kann, wenn gleich der Horizont stets dunkel bleibt.

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In unserem monogamischen Weltteile heißt heiraten seine Rechte halbieren und seine Pflichten verdoppeln.

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Gewöhnliche Menschen überlegen nur, wie sie ihre Zeit verbringen. Ein intelligenter Mensch versucht, sie auszunutzen.

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Im Menschenleben ist es wie auf der Reise. Die ersten Schritte bestimmen den ganzen Weg.

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Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand.

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Alles, was irgend zur Welt gehört und gehören kann, ist unausweichbar mit diesem Bedingtsein durch das Subjekt behaftet und ist nur für das Subjekt da. Die Welt ist Vorstellung.

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Aller Eigensinn beruht darauf, daß der Wille sich an die Stelle der Erkenntnis gedrängt hat.

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Das Schicksal mischt die Karten, wir spielen.

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Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten. Aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen.

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Die ersten vierzig Jahre unseres Lebens liefern den Text, die folgenden dreißig den Kommentar dazu, der uns den wahren Sinn und Zusammenhang des Textes, nebst der Moral und allen Feinheiten desselben, erst recht verstehen lehrt.

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Was nun andrerseits die Menschen gesellig macht, ist ihre Unfähigkeit, die Einsamkeit und in dieser sich selbst zu ertragen.

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In Deutschland ist die höchste Form der Anerkennung der Neid.

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Was aber die Leute gemeiniglich das Schicksal nennen sind meistens nur ihre eigenen dummen Streiche.

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Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt.

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So eng auch Freundschaft, Liebe und Ehe Menschen verbinden; ganz ehrlich meint jeder es am Ende doch nur mit sich selbst und höchstens noch mit seinem Kinde.

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Was dem Herzen widerstrebt, lässt der Kopf nicht ein.

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Es gibt nur eine Heilkraft, und das ist die Natur; in Salben und Pillen steckt keine. Höchstens können sie der Heilkraft der Natur einen Wink geben, wo etwas für sie zu tun ist.

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Je weniger einer, in Folge objektiver oder subjektiver Bedingungen, nötig hat, mit den Menschen in Berührung zu kommen, desto besser ist er daran.

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Die Fabel von der Pandora ist mir von jeher nicht klar gewesen, ja, ungereimt und verkehrt vorgekommen.

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Düsterer Pessimismus? Das Gegenteil anzunehmen wäre ruchloser Optimismus.

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Der Grundunterschied der Religionen liegt darin, ob sie Optimismus oder Pessimismus sind; keineswegs darin, ob Monotheismus, Polytheismus, Trimurti, Dreieinigkeit, Pantheismus, oder Atheismus (wie der Buddhismus).

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Dem intellektuell hochstehenden Menschen gewährt nämlich die Einsamkeit einen zweifachen Vortheil: erstlich den, mit sich selber zu seyn, und zweitens den, nicht mit Anderen zu seyn.

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Eine Allegorie ist ein Kunstwerk, welches etwas Anderes bedeutet, als es darstellt.

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Die Wahrheit kann warten: denn sie hat ein langes Leben vor sich.

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Mit Recht ist gesagt worden: das Gehirn denkt, wie der Magen verdaut.

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Es gibt keine andere Offenbarung, als die Gedanken der Weisen; wenn auch diese, dem Lose alles Menschlichen gemäß, dem Irrtum unterworfen, auch oft in wunderliche Allegorien und Mythen eingekleidet sind, wo sie dann Religionen heißen.

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Zur Philosophie verhält sich die Poesie, wie die Erfahrung sich zur empirischen Wissenschaft verhält.

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Die Gegenwart eines Gedankens ist wie die Gegenwart einer Geliebten.

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Vergeben und Vergessen heißt gemachte kostbare Erfahrungen
zum Fenster hinauswerfen.

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Die Wilden fressen einander, und die Zahmen betrügen einander, und das nennt man den Lauf der Welt.

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Moral predigen ist leicht, Moral begründen schwer.

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Die Wahrheit ist keine Hure, die sich denen an den Hals wirft, welche ihrer nicht begehren: Vielmehr ist sie eine so spröde Schöne, daß selbst wer ihr alles opfert noch nicht ihrer Gunst gewiß sein darf.

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Sogar ist die Poesie eine Stütze und Hülfe der Philosophie, eine Fundquelle von Beispielen, ein Erregungsmittel der Meditation und ein Probierstein moralischer und psychologischer Lehrsätze. Die Poesie verhält sich eigentlich zur Philosophie so, wie die Erfahrung sich zur Wissenschaft verhält.

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Die Freunde nennen sich aufrichtig; die Feinde sind es: daher man ihren Tadel zur Selbsterkenntnis benutzen sollte, als eine bittere Arznei.

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Das Geld gleicht dem Seewasser. Je mehr davon getrunken wird, desto durstiger wird man.

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Kein Geld ist vorteilhafter angewandt, als das, um welches wir uns haben prellen lassen: denn wir haben dafür unmittelbar Klugheit eingehandelt.

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Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein: hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen.

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Im ganzen Verlaufe des beschriebenen Hergangs kannst du immer beobachten, daß Glauben und Wissen sich verhalten wie die zwei Schalen einer Waage: in dem Maße, als die eine steigt, sinkt die andere.

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Wie man auf einem Schiffe befindlich, sein Vorwärtskommen nur am Zurückweichen und demnach Kleinerwerden der Gegenstände auf dem Ufer bemerkt; so wird man sein Alt- und Älterwerden daran inne, daß Leute von immer höheren Jahren einem jung vorkommen.

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Lesen heißt mit einem fremden Kopfe, statt des eigenen, denken.

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Der Arzt sieht den Menschen in seiner ganzen Schwäche, der Advokat in seiner ganzen Schlechtigkeit und der Priester in seiner ganzen Dummheit.

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Zur Logik verhält sich die Grammatik wie das Kleid zum Leibe.

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Alles Urdenken geschieht in Bildern: darum ist die Phantasie ein so notwendiges Werkzeug desselben, und werden phantasielose Köpfe nie etwas Großes leisten, es sei denn in der Mathematik.

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Im allgemeinen freilich haben die Weisen aller Zeiten immer dasselbe gesagt, und die Toren, d. h. die unermessliche Majorität aller Zeiten, haben immer dasselbe, nämlich das Gegenteil, getan: und so wird es denn auch ferner bleiben.

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Bei keiner Sache hat man so sehr den Kern von der Schale zu unterscheiden, wie beim Christentum.

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Alle Befreiung, oder was man gemeinhin Glück nennt, ist eigentlich und wesentlich immer nur negativ und durchaus nie positiv.

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Man möchte wahrlich sagen: die Menschen sind die Teufel der Erde, und die Tiere die geplagten Seelen.

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Kommt zu einem schmerzlosen Zustand noch die Abwesenheit der Langeweile, so ist das irdische Glück im wesentlichen erreicht.

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Im Reich der Wirklichkeit ist man nie so glücklich wie im Reich der Gedanken.

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