Abraham Lincoln Zitate
- Wer war Abraham Lincoln?
- Vom armen Farmerkind zum Präsidenten
- Lincolns Kampf gegen die Sklaverei
- Ein rhetorisches Genie ohne Universitätsabschluss
- Führung in der dunkelsten Stunde einer Nation
- Das Attentat und ein bleibendes Vermächtnis
- Warum Lincolns Worte heute noch zählen
- Zitate von Abraham Lincoln
Wer war Abraham Lincoln?
Abraham Lincoln wurde am 12. Februar 1809 in einer einfachen Blockhütte in Hodgenville, Kentucky, geboren. Sein Vater Thomas war Kleinfarmer, seine Mutter Nancy eine stille, kluge Frau, die früh starb. Die Familie zog mehrfach um, immer auf der Suche nach besserem Land und besseren Verhältnissen, und Abraham wuchs an der sogenannten Frontier auf, der rauhen Siedlungsgrenze zwischen zivilisierter Welt und Wildnis. Diese Kindheit formte ihn auf eine Weise, die kein Hörsaal je hätte ersetzen können.
Lincoln gehört zu jenen seltenen historischen Gestalten, bei denen der Mensch hinter dem Mythos mindestens genauso fesselnd ist wie die Legende selbst. Er war nicht nur der 16. Präsident der Vereinigten Staaten und derjenige, der die Sklaverei abschaffte. Er war auch ein gescheiterter Kaufmann, ein begeisterter Ringer, ein trauernder Vater und ein Mann, der Zeit seines Lebens mit tiefer Melancholie kämpfte, die er selbst als seinen „schwarzen Hund" beschrieb.
Vom armen Farmerkind zum Präsidenten
Insgesamt besuchte Abraham Lincoln weniger als ein Jahr lang eine Schule. Die Bildungsmöglichkeiten an der Frontier waren karg, und sein Vater hatte andere Vorstellungen für den Sohn: Feldarbeit, Pionierdasein, ein Leben als Farmer. Doch Lincoln wollte mehr wissen. Er lieh sich Bücher bei Nachbarn aus, las beim Schein des Kaminfeuers und bildete sich mit einer Ausdauer, die alle, die ihn kannten, verblüffte. Seine Stiefmutter Sarah war dabei eine entscheidende Fürsprecherin. Sie akzeptierte seinen Bildungshunger, besorgte ihm Bücher und schützte seine Lesestunden vor dem Zorn des Vaters.
Der Weg in die Politik begann bescheiden. Lincoln versuchte sich zunächst als Kaufmann, Posthalter und Landvermesser. Er scheiterte mit einem Laden, verschuldete sich, bezahlte seine Schulden aber penibel zurück, über viele Jahre hinweg. Dieser Zug, „Honest Abe" genannt zu werden, haftete ihm sein Leben lang an. Als er sich schließlich dem Recht zuwandte und nach jahrelangem Selbststudium 1836 als Anwalt zugelassen wurde, hatte er eine Disziplin und Hartnäckigkeit bewiesen, die seine spätere politische Karriere erklärbar macht. Denn wer verstehen will, wie ein mittelloser Junge aus den Wäldern Indianas zum mächtigsten Mann des Landes wurde, findet die Antwort nicht in Privilegien, sondern in unerschütterlicher Beharrlichkeit.
Lincolns Kampf gegen die Sklaverei
Lincoln wuchs in einem Umfeld auf, das von der Sklavenfrage zerrissen war. Sein Vater lehnte die Sklaverei aus religiöser Überzeugung ab und zog deshalb von Kentucky ins sklavenfreie Indiana. Dennoch stammte Lincoln aus einem gesellschaftlichen Milieu, in dem Rassismus alltäglich war. Was ihn auszeichnete, war die Fähigkeit, seine eigenen Überzeugungen ernsthaft zu prüfen und weiterzuentwickeln. Bereits 1837 war er einer der wenigen Abgeordneten im Parlament von Illinois, die schriftlich gegen die Sklaverei protestierten.
Dass Lincoln die Emanzipationsproklamation am 1. Januar 1863, mitten im Bürgerkrieg, unterzeichnete, war kein plötzlicher Sinneswandel. Es war das Ergebnis eines langen, ehrlichen Ringens mit der moralischen Dimension seiner Präsidentschaft. Er wusste, dass er damit den Krieg politisch und militärisch neu definierte, aus einem Kampf um die Einheit der Union wurde auch ein Kampf um die Würde des Menschen. Und er wusste, welchen Preis er dafür zahlen würde, sowohl innenpolitisch als auch persönlich.
Wichtig zu verstehen ist dabei: Lincoln war kein Idealist, der fern der Realität agierte. Er war ein pragmatischer Taktiker, der genau abwägte, was möglich war und was nicht. Manche haben ihm vorgeworfen, die Sklavenbefreiung sei ihm vor allem als politisches Instrument gedient. Doch seine Briefe und Reden zeigen jemanden, der echte moralische Überzeugungen mit dem Handwerk des Möglichen verband, und das in einer der kompliziertesten politischen Lagen, die ein amerikanischer Präsident je bewältigen musste.
Ein rhetorisches Genie ohne Universitätsabschluss
Es gibt wenige Staatsmänner der Geschichte, deren Worte so beständig zitiert werden wie die Lincolns. Die Gettysburg Address, gehalten am 19. November 1863 zur Einweihung eines Soldatenfriedhofs, umfasst gerade einmal 272 Wörter und dauerte keine drei Minuten. Dabei war Lincoln an diesem Tag der Redner zweiter Wahl: Der Hauptredner Edward Everett sprach zwei Stunden lang. Erinnert wird heute fast niemand mehr an Everetts Worte. Lincolns kurze Ansprache hingegen gilt als eines der größten Dokumente demokratischen Denkens, das die englische Sprache je hervorgebracht hat.
Wie erklärt sich diese Ausdruckskraft bei jemandem ohne formale Bildung? Lincoln hatte die Bibel, Shakespeare und wenige andere Bücher nicht nur gelesen, sondern regelrecht verinnerlicht. Er dachte in Rhythmen, in Bildern, in Strukturen, die man nicht an einer Universität lernt, sondern durch jahrelanges aufmerksames Lesen und durch das Erfahren echter Not. Seine Sprache war nie Dekoration. Sie war immer Argument.
Führung in der dunkelsten Stunde einer Nation
Als Lincoln im März 1861 sein Amt antrat, hatte die Union bereits begonnen auseinanderzubrechen. Mehrere Südstaaten hatten sich für unabhängig erklärt, noch bevor er überhaupt vereidigt worden war. Was folgte, war der blutigste Krieg, den die Vereinigten Staaten je erlebt haben. Schätzungen gehen von über 600.000 Gefallenen aus, mehr als in allen anderen amerikanischen Kriegen des 19. und 20. Jahrhunderts zusammen.
Lincoln führte in dieser Zeit keine einfache Kriegsregierung. Er verlor Feldschlachten, wechselte reihenweise Generäle aus, kämpfte gegen Kriegsmüdigkeit in der eigenen Bevölkerung und gegen eine Opposition, die ihn persönlich verachtete. Hinzu kam privates Leid: Sein Sohn Willie starb 1862 im Weißen Haus, erst elf Jahre alt. Lincolns Frau Mary hatte bereits zuvor zwei Brüder durch den Krieg verloren, auf Seiten der Konföderierten. Die Familie Lincoln trug den Riss der Nation im eigenen Haus.
Und dennoch hielt er durch. Nicht weil er keine Zweifel kannte, sondern weil er mit ihnen umzugehen gelernt hatte. Er schlief wenig, arbeitete viel und empfing täglich Bürger im Weißen Haus, die Petitionen einreichten oder um Begnadigung baten. Diese Zugänglichkeit war kein politisches Kalkül. Sie war Ausdruck einer tief verwurzelten Überzeugung, dass Führung Verantwortung gegenüber einzelnen Menschen bedeutet, nicht nur gegenüber Zahlen und Strategien.
Das Attentat und ein bleibendes Vermächtnis
Am Abend des 14. April 1865, fünf Tage nachdem der Südstaaten-General Robert E. Lee kapituliert hatte und der Bürgerkrieg damit praktisch beendet war, besuchte Abraham Lincoln das Ford's Theatre in Washington. Der Schauspieler und glühende Anhänger der Konföderierten John Wilkes Booth schoss ihm aus nächster Nähe in den Kopf. Lincoln starb am nächsten Morgen, am 15. April 1865. Er wurde 56 Jahre alt.
Er war damit der erste amerikanische Präsident, der einem Attentat zum Opfer fiel, und sein Tod kam in dem Moment, in dem der Wiederaufbau des Landes gerade erst beginnen sollte. Viele Historiker fragen sich bis heute, wie anders die sogenannte Reconstruction Phase, der schwierige Prozess der Wiedereingliederung der Südstaaten, verlaufen wäre, hätte Lincoln gelebt. Sein Nachfolger Andrew Johnson jedenfalls scheiterte an dieser Aufgabe weitgehend, und die Folgen davon zogen sich noch weit ins 20. Jahrhundert hinein.
Lincolns Gesicht ist heute auf dem Penny und dem Fünf-Dollar-Schein zu sehen. Das Lincoln Memorial in Washington gehört zu den meistbesuchten Gedenkstätten der Welt. Und seine Reden werden in Schulen auf sechs Kontinenten gelehrt. Das alles wäre für sich genommen schon bemerkenswert. Aber was dieses Vermächtnis wirklich trägt, ist die Tatsache, dass Lincoln kein Held aus privilegiertem Haus war, sondern einer aus einer Blockhütte ohne Fenster.
Warum Lincolns Worte heute noch zählen
Zitate haben manchmal die unangenehme Eigenschaft, zu Floskeln zu werden. Man liest sie, nickt kurz und scrollt weiter. Bei Lincoln lohnt es sich, innezuhalten. Denn seine Worte entstanden nicht am ruhigen Schreibtisch, sondern im Feuer einer Nation, die buchstäblich in zwei Hälften zu zerreißen drohte. Wer das weiß, liest seine Sätze anders.
Lincoln schrieb und sprach über Freiheit, Verantwortung, Scheitern und Ausdauer nicht als jemand, der diese Begriffe theoretisch durchdacht hatte, sondern als jemand, der sie an sich selbst erprobt hatte. Er kannte Armut. Er kannte Niederlage, mehrfach. Er kannte persönliche Trauer in einem Ausmaß, das die meisten Menschen nie erfahren werden. Und er blieb trotzdem handlungsfähig, entscheidungsfreudig und, nach allem, was wir wissen, grundsätzlich menschlich.
Wenn Sie die Zitate auf dieser Seite lesen, haben Sie nun den nötigen Hintergrund, um sie nicht als dekorative Sprüche zu betrachten, sondern als das, was sie wirklich sind: Destillate eines Lebens, das unter extremem Druck geführt wurde und dabei nicht an Substanz verlor, sondern an ihr gewann.
Zitate von Abraham Lincoln
Aktuell haben wir 8 Einträge von Abraham Lincoln in unserer Sammlung, die in folgenden Kategorien zu finden sind:
- Traurige Zitate
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